Lizenz-Ärger: Casino-Lizenzen in Schleswig-Holstein laufen aus

Vor allem ein Bundesland konnte sich in Deutschland in den letzten Jahren einen hervorragenden Ruf im Bereich der Glücksspielregulierung erarbeiten: Schleswig-Holstein. Während sich andere Bundesländer enorm schwer taten und tun, wurde im Norden ein ganz eigener Weg eingeschlagen. Allerdings scheint dieser jetzt erst einmal zu enden, denn zumindest vorerst laufen zahlreiche Lizenzen für Casinos in dem Bundesland aus.

Rechtliche Lage in Schleswig-Holstein besonders

Die rechtliche Lage rund um das Glücksspiel ist in Deutschland keinesfalls einfach zu durchblicken. Schleswig-Holstein allerdings hat in den letzten Jahren einen recht klaren Rahmen für Glücksspielanbieter geschaffen. 2011 wurde in Deutschland kräftig darüber diskutiert, wie mit dem Glücksspiel in den einzelnen Bundesländern umgegangen wird. Eine wirkliche Einigung konnte hier nicht erzielt werden. Während sich 15 Bundesländer gegen die Online Casinos aussprachen, sprach sich Schleswig-Holstein für die Anbieter aus. Die Folge: Im Jahre 2012 wurde der Glücksspielvertrag in Deutschland verabschiedet, dem alle Bundesländer mit Ausnahme Schleswig-Holstein zugestimmt hatten. Während die Anbieter in anderen Bundesländern also keine Lizenzen erhalten konnten, wurden diese in Schleswig-Holstein vergeben.

Eine enormer Schritt in eine erfolgreiche Zukunft für die Anbieter, deren Freude jedoch nur von kurzer Dauer sein sollte. Bestimmt hatte den eigenwilligen Weg Schleswig-Holsteins damals die Landesregierung unter der Führung der CDU. Allerdings wechselte bereits kurzer Zeit nach der Vergabe der ersten Lizenzen die Landesregierung in Schleswig-Holstein, welche dann verspätet doch dem Glücksspielvertrag beitrat – mit der Folge, dass fortan keine neuen Lizenzen an Casinos vergeben wurden. Allerdings: Die bereits ausgestellten Lizenzen konnte die neue Regierung nicht zurückziehen, so dass diese mit einer Laufzeit von insgesamt sechs Jahren ab 2012 ihre Gültigkeit behielten.

Anbieter unter Druck: Lizenzen laufen aus

Ausgestellt wurden die ersten Glücksspiel-Lizenzen vom Innenministerium des Bundeslandes am 18. und 19. Dezember 2012. Somit mussten die ersten Unternehmen bereits vor einigen Tagen ihre Spieler darauf hinweisen, dass das Angebot auf Grund der ausgelaufenen Lizenzen erst einmal nicht zur Verfügung gestellt werden könne. So zum Beispiel geschehene beim Online Casino Deutschland oder dem Merkur-Spielcasino. Ebenfalls betroffen sind darüber hinaus aber auch die Electra Works Limited mit ihrer Marke bwin oder das Casino von DrückGlück. Beide Unternehmen profitieren allerdings davon, dass sie nicht ausschließlich mit Lizenzen aus Schleswig-Holstein arbeiten. Stattdessen sind auch Lizenzen aus Gibraltar bzw. Malta vorhanden, so dass die Angebote für Spieler weiterhin erreichbar sind.

Ähnlich dürfte es zum Beispiel auch beim Anbieter Vera&John Casino aussehen. Auch hier läuft die Lizenz innerhalb der nächsten Wochen aus. Allerdings besitzt das Casino neben der Lizenz aus Schleswig-Holstein auch eine Lizenz der maltesischen Lotterie- und Glücksspielbehörde. In diesem Fall ist also ebenfalls davon auszugehen, dass das Angebot erreichbar bleiben wird. Löwenplay wiederum, ein deutscher Glücksspielanbieter mit ausschließlich vorhandener Lizenz in Schleswig-Holstein, steht hier vor größeren Problemen. Insgesamt also eine Situation, die für keine der beteiligten Parteien wirklich angenehm ist.

Wie sieht der Blick in die Zukunft aus?

Auch im sonst so verwöhnten Norden sieht es beim Glücksspiel aktuell also nicht wirklich gut aus. Aber wird sich das verändern oder müssen die Spieler hier auch in Zukunft Einbußen in Kauf nehmen? Wirklich zu 100 Prozent kann diese Frage noch nicht beantwortet werden. Allerdings gibt es Hoffnungen: Das Ruder in der Hand hat in Schleswig-Holstein jetzt nämlich wieder die CDU. Also die Partie, die schon 2012 den eigenen Weg in der Glücksspielregulierung eingeschlagen hat. Und das scheint offenbar wieder denkbar. Hans-Jörn Arp, der parlamentarische Geschäftsführer der CDU, erklärte, dass sich auch Schleswig-Holstein darüber freuen würde, wenn eine einheitliche Regelung in Deutschland gefunden werden könne. Allerdings betonte der Politiker auch, dass sich die anderen Bundesländer wohl am Modell von Schleswig-Holstein orientieren müssten. Sollte das nicht geschehen, habe man laut Arp auch keine Probleme damit, den eigenen Glücksspielvertrag im Land wieder zu erneuern. Heißt im Klartext: Das Land würde wohl noch einmal neue Lizenzen vergeben.

Und wie sieht es mit der Unterstützung durch die anderen Bundesländer aus? Bisher eher mäßig. Neben Schleswig-Holstein scheint auch Hessen dafür zu sein, die Online Casinos mit einer Lizenz auszustatten und so einen geregelten und kontrollierten Markt ins Leben zu rufen. Nordrhein-Westfalen diskutiert aktuell ebenfalls über eine Änderung des Glücksspielvertrags. Auch deshalb, weil hier die maroden WestSpiel-Casinos so leichter an den Mann gebracht werden sollen. Insgesamt gestaltet sich der Blick in die Zukunft also nicht allzu schlecht. Allerdings nur unter Vorbehalt. Immerhin kann sich mit einer einfachen Landtagswahl die Einstellung eines Bundeslandes schnell wieder ändern – und somit auch der Rahmen für die Glücksspielanbieter.

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