Gauselmann Gruppe: Sponsoring in Düsseldorf wird ausgebaut

Die Stadt Düsseldorf und die Gauselmann Gruppe verbindet eine ganz besondere Beziehung. Zum einen, weil das Unternehmen mit zahlreichen eigenen Spielen in der nordrheinwestfälischen Metropole vertreten ist. Zum anderen aber auch, weil die Gauselmann Gruppe als offizieller Sport-Sponsor der Stadt Düsseldorf auftritt. Das sorgte in der jüngeren Vergangenheit durchaus für Diskussionen und Gewissenskonflikte. Dennoch intensiviert der Konzern seine Sponsoring-Aktivitäten in der Stadt und wird künftig der neue Hauptsponsor der Düsseldorfer Beachsoccher-Kicker Beach Royals.

Mit neuem Sponsor zur Deutschen Meisterschaft?

Dass sich die Gauselmann Gruppe in der Stadt Düsseldorf als Sponsor von zahlreichen Sportvereinen und Sportlern engagiert, ist hinlänglich bekannt. Dieses Engagement wurde in den vergangenen Tagen noch einmal deutlich erweitert. Künftig werden die Beach Royals aus Düsseldorf mit der Gauselmann Gruppe als neuem Hauptsponsor auf das Feld laufen. Selbstverständlich prägt das Trikot die lachende Merkur-Sonne, die künftig also auch in den Beachsoccer-Duellen in Deutschland strahlen wird. Die Beach Royals sind dabei höchst erfolgreich. Es handelt sich um ein Gründungsmitglied der 2013 gegründeten Deutschen Beachsoccer Liga, in der laufenden Saison wurden sieben von acht Spielen gewonnen. Damit könnte das Team sogar in die Final Four, also das Finale um die Deutsche Meisterschaft, in Warnemünde einziehen.

Dass die Sponsoring-Aktivitäten auch die Randsportarten neben der wohl beliebtesten Sportart Fußball erreichen, hat in der jüngeren Vergangenheit bereits zahlreiche Verbände und Vereine erfreut. So geht es nun auch Oliver Romrig, dem Trainer der Beach Royals. Dieser erklärte: „Wir sind sehr stolz darauf, dass wir mit der Gauselmann Gruppe ein etabliertes und sportbegeistertes Familienunternehmen als Partner gewinnen konnten. Diese Unterstützung ist für uns ein elementarer Baustein für zukünftige Erfolge. Wir freuen uns auf eine erfolgreiche gemeinsame Zukunft mit der Gauselmann Gruppe.“

Sponsoring hier, Spielhallenabbau da

Für die Gauselmann Gruppe ist die Partnerschaft mit den Beach Royals ein weiterer Ausbau der ohnehin schon starken Kooperationen in der Rheinmetropole. Bereits seit letztem Jahr wurden reihenweise Verträge mit kleineren und größeren Vereinen abgeschlossen. Sicherlich das größte Aufsehen hat dabei die Kooperation mit dem Fußballverein Fortuna Düsseldorf erregt. Die Düsseldorfer sind als Erstligist das Aushängeschild der Stadt und laufen seit einigen Monaten in der Merkur Spiel-Arena auf. Die Namensrechte sind Teil des exklusiven Partnerschaftsvertrags, der sich auf mehrere Millionen Euro stützen soll. Zusätzlich dazu werden aber eben auch kleinere Vereine gefördert, wie den Basketball Club der ART Giants Düsseldorf. Doch so schön dies alles zunächst klingt. Über der Partnerschaft schwebt eine graue Wolke.

Düsseldorf geht äußerst emsig gegen die Spielhallen in der Stadt vor. Davon betroffen ist natürlich auch Groß-Sponsor Gauselmann. Und das nicht zu knapp. Der Großteil der Etablissements in der Metropole wird von der Gauselmann Gruppe betrieben. Insgesamt rund 100 Spielhallen sind es in Düsseldorf, die an gut 65 Standorten verteilt sind. Die Stadt strebt mehr als eine Halbierung der Spielhallen an und plant künftig offenbar mit 34 Spielhallen an 34 Standorten. Besonders übel aufgestoßen ist der Glücksspielbranche die Vorgabe, dass zwischen den Spielhallen Mindestabstände eingehalten werden müssen. Darüber hinaus sollen künftig maximal nur noch acht, statt bisher zwölf Automaten pro Spielhalle erlaubt sein. Für die Gauselmann Gruppe sind beide Vorgaben ein horrendes Problem. An der Werdener Straße betreibt das Unternehmen eine Achtfach-Spielhalle, in der also aktuell nahezu 100 Automaten zu finden sind. Aufgrund der neuen Regelungen müsste dieser Casino-Gigant wohl schließen. Der Konzern erklärte, dass diese Schließung einem Totalverlust gleichkommen würde.

Gauselmann Gruppe hat gute Argumente auf ihrer Seite

Kritische Stimmen sehen in der großzügigen Partnerschaft der Gauselmann Gruppe und der Stadt Düsseldorf vor allem Kalkül des Unternehmers, um die Reduktion der Spielhallen zu verhindern. Gauselmann selber erklärte allerdings, dass er lediglich seine Kosten erstattet haben wolle, wenn die Stadt Düsseldorf „ihn nicht haben“ wolle. Eingegangen ist die Stadt auf dieses Angebot noch nicht, die Reduktion der Spielstätten wird aber dennoch weiter vorangetrieben. Das erklärte jüngst Ordnungsdezernent Christian Zaum: „Wir haben alle Entscheidungen getroffen, die Bescheide werden jetzt verschickt.“ Obwohl es für die Gauselmann Gruppe damit in Düsseldorf nicht ganz so gut läuft, sieht es in anderen Bereichen besser aus. So erhielt man jüngst die Auszeichnung für die „höchste Reputation“ der Branche in einer Studie von Focus Money und Deutschland Test. Darüber hinaus wurde die Gauselmann Gruppe, bzw. ihre Tochter Merkur, im vergangenen Jahr in die Publikation „Deutsche Standards – Marken des Jahrhunderts 19“ aufgenommen und darf sich ganz offiziell als eine „Marke des Jahrhunderts“ bezeichnen. Eine Ehrung, die nicht viele Unternehmen auszeichnet.