Merkur: Neue Auszeichnung als „Marke des Jahrhunderts“

Das Jahr 2018 verlief für Merkur und die Gauselmann-Gruppe nicht immer unbedingt rund, sondern ist gezeichnet durch einige Diskussionen, Tiefen und Rückschläge. Zum Ende des Jahres darf sich der Konzern speziell mit der Marke Merkur jetzt aber noch einmal freuen, denn diese wurde in die Publikation „Deutsche Standards – Marken des Jahrhunderts 19“ aufgenommen – eine ganz besondere Ehrung, die nicht vielen Unternehmen zu Teil wird.

Herausragend in der Gattung Spielstätten

Paul Gauselmann dürfte zum Ende des Jahres noch einmal richtig zufrieden sein, denn der Unternehmer hat es mit seiner Marke Merkur in die Publikation „Deutsche Standards – Marken des Jahrhunderts 19“ gebracht. Wie Dr. Florian Langenscheidt, der Herausgeber der Publikation erklärt, handelt es sich hierbei um eine Art Sammlung. „Das Buch ist eine Enzyklopädie großer deutscher Marken und stellt die Ikonen der deutschen Wirtschaft vor“, so der Herausgeber. Ergänzend sagte Langenscheidt: „Es zeigt, wer Standards gesetzt hat auf seinem Gebiet.“ Eine enorme Auszeichnung also für die Gauselmann-Gruppe und die Marke Merkur, die künftig in dem Werk ausführlich beleuchtet wird.

Das Buch selber wird mit einer Auflage von 30.000 Exemplaren beim Zeit-Verlag erscheinen und wurde bereits im November in Frankfurt im Rahmen des Deutschen Wirtschaftsforums vorgestellt. Neben Gauselmann bzw. Merkur sind hier noch weitere 99 Marken zu finden, welche detailliert und interessant vorgestellt werden. Darüber hinaus gibt es zur Hauptausgabe ein Paperback, in welchem die Infos zu den 100 Marken noch einmal in kompakten Texten zu finden sind. Auch hier ist Merkur also vertreten, was die Gauselmann-Gruppe ganz besonders stolz macht. Wie stolz der Konzern auf die eigenen Leistungen ist, erklärte Gründer Paul Gauselmann: „Wer an Spielstätten denkt, denkt an die Filialen mit der lachenden Merkur-Sonne und das macht mich sehr stolz.“

Erfolgsgeschichte von Paul Gauselmann und Merkur beeindruckt

Stolz sein kann die Gauselmann-Gruppe auch auf den Beitrag über das Unternehmen, in welchem natürlich besonders die Geschichte von Merkur durchleuchtet wird. Hier wird die Entwicklung der Spielstätte von 1974 bis heute nachverfolgt, zudem wird auch noch einmal ein Blick auf den Werdegang der Gauselmann-Gruppe geworfen. Paul Gauselmann wiederum eröffnete 1974 in Delmenhorst seine erste Filiale, welche in der Publikation natürlich nicht unerwähnt bleibt. Ehrenvoll wird hier von der „Mutter der deutschen Spielstätten“ gesprochen. Unterm Strich also gute Gründe, die Marke Merkur in diese Sammlung großer Marken aufzunehmen.

An anderen Fronten läuft es bei der Gauselmann-Gruppe derzeit allerdings nicht ganz so optimal. Die Streitigkeiten mit der Stadt Düsseldorf konnten zwar mittlerweile beigelegt werden, dennoch bleibt ein mulmiges Gefühl beim Blick zurück. Immerhin hat der Konzern eine Menge Geld investiert, um verschiedene Sportvereine der Stadt zu unterstützen. Und das, obwohl das Unternehmen gerade in Düsseldorf mit einem starken Kampf gegen das eigene Angebot zu kämpfen hat. Die Stadt möchte einen Großteil der Spielhallen schließen, darunter auch zahlreiche Spielstätten von Gauselmann.

Noch immer keine Regulierung der Online-Konkurrenz

Ebenfalls problematisch ist die Lage für die Gauselmann-Gruppe auf dem Heimatmarkt Deutschland auch deshalb, weil die Konkurrenz aus dem Internet teilweise vollkommen unbehelligt die eigenen Geschäfte ausbauen kann. Die landbasierten Betriebe müssen mit zahlreichen Beschränkungen kämpfen und dürfen in vielen deutschen Städten zum Beispiel nur mit einem bestimmten Abstand zu Schulen, anderen Spielstätten oder Jugendeinrichtungen eröffnet werden. Darüber hinaus ist das Werben für das eigene Angebot in den meisten Bundesländern untersagt. Das Problem: Auf Grund der fehlenden einheitlichen Regulierung gilt dies nur für Spielbetriebe mit einer Lizenz aus Deutschland.

Andere Unternehmen, welche vorwiegend im Internet aktiv sind und mit einer Lizenz aus Malta arbeiten, werden von der Regulierung in Deutschland bisher noch nicht eingeschränkt. Hier kann also bedenkenlos geworben werden, auch wenn sich die meisten Bundesländer dagegen wehren. Darüber hinaus kritisiert die landbasierte Branche, dass die Online Casinos zu wenig für den Schutz der Spieler tun würden. Die Online-Branche argumentiert wiederum dagegen und erklärt, dass sich Spieler selbst schützen können, gleichzeitig aber auch verschiedene Unterstützungen in Anspruch nehmen können. Bis hier eine Einigung auf die Beine gestellt wird, wird es vermutlich noch dauern. Zuletzt wurde 2012 über den Glücksspielstaatsvertrag verhandelt, der im Nachhinein dann allerdings als mangelhaft und lückenhaft bewertet wurde. Aktuell bestehen jedoch immerhin wieder neue Bestrebungen der Politik, die einheitliche Regulierung bundesweit voranzutreiben.