The Stars Group: Gute Aussichten auf US-Markt für 2019

Seit Jahren tobt im US-Bundestaat Kentucky ein Rechtsstreit gegen zahlreiche Unternehmen der Glücksspielbranche. In einigen Fällen konnte sich der Bundesstaat in der Vergangenheit auch tatsächlich behaupten, im Falle der Stars Group allerdings muss Kentucky jetzt eine herbe Niederlage hinnehmen – die allerdings durchaus absehbar war. Für die Stars Group läuft es derweil richtig gut, denn neben der abgewendeten Strafzahlung ist der Konzern offenbar auch mit frischen Investitionen in den USA beschäftigt.

Dauerhaft Ärger in Kentucky?

Glücksspiel und der Bundestaat Kentucky. Das ist eine Verbindung, die in den letzten Jahren so überhaupt nicht zueinander gepasst hat. Der Ärger im Bundestaat nahm bereits vor einigen Jahren seinen Lauf, als sich Kentucky dazu entschied, hart gegen die Anbieter vorzugehen, die ohne Lizenz des Bundestaates ihre Spiele den Bewohnern zur Verfügung stellten. Geplant waren ursprünglich Sperren der Domains, was jedoch nicht erfolgreich umgesetzt werden konnte. Der neue Plan wiederum sah vor, dass der Bundestaat die Unternehmen verklagt und die Verluste seiner Spieler zurückfordert. Im Falle von bwin hat dies auch funktioniert, erst vor fünf Jahren musste der Konzern rund 15 Millionen US-Dollar an den Bundestaat zahlen.

Anders ist es jetzt im Falle von The Stars Group ausgegangen. Auch dieses Unternehmen wurde verklagt, weigerte sich allerdings gegen die Zahlung einer Summe von rund 870 Millionen US-Dollar. The Stars Group legte Revision ein und konnte sich tatsächlich vor dem Revisionsgericht in Kentucky durchsetzen. Heißt im Klartext: Die 870 Millionen US-Dollar Strafe müssen nicht gezahlt werden, zudem kann der Konzern die 100 Millionen US-Dollar Sicherheit zurückverlangen, die gezahlt werden mussten.

Unterschiede im Angebot halfen TSG

Doch wieso bekommt The Stars Group nun Recht, während andere Unternehmen wie bwin ihre Strafen zahlen mussten? Die Antwort auf diese Frage liegt vor allem im Portfolio der Unternehmen. The Stars Group stellt über den Anbieter Pokerstars lediglich Pokerspiele zur Verfügung. Die Einwohner spielen hier also gegen andere Spieler und verlieren ihr Geld, mit Ausnahme von kleinen Gebühren, im Spiel maximal an die Mitspieler. bwin wiederum stellte damals auch Casinospiele in Kentucky zur Verfügung, bei denen bekanntlich das Casino gewinnt, wenn der Spieler verliert. Für das Gericht ein gewaltiger Unterschied, der sich jedoch auch mit dem Jahre alten Gesetz in diesem Bereich vereinbaren lässt. Dieses sieht nämlich keinesfalls vor, dass sich ein Bundestaat an den Rückzahlungen bereichert. Hätten wiederum Spieler gegen den Konzern geklagt, hätte das Urteil mit großer Wahrscheinlichkeit anders ausgesehen. Über diesen Umstand muss sich The Stars Group aktuell aber keine Gedanken machen. Fakt ist: Das Urteil aus dem Jahre 2013 ist jetzt erst einmal hinfällig und der Konzern wird sich um die Strafe drücken können.

Das tut dem Unternehmen natürlich gut, zumal das Geld aktuell an anderer Stelle benötigt wird. Wie bekannt wurde, plant der Konzern nämlich offenbar die Errichtung eines landbasierten Casinos in Atlantic City und möchte hierdurch auch direkt in der stationären Branche mitmischen.

Schritt wird vom Senator in New Jersey begrüßt

Auch wenn die Planungen zum landbasierten Casino erst jetzt populär werden, scheint sich TSG nicht erst seit gestern mit dieser Möglichkeit zu beschäftigen. Tatsächlich wurde sogar schon eine Immobilie gefunden, so dass möglicherweise bald ein Kauf des „Atlantic Club Casino“ über die Bühne gehen kann. Der Konzern trifft mit seinen Plänen auf offene Ohren, schließlich ist in New Jersey mit Senator Lesniak ein Politiker zu finden, der als starker Freund des Glücksspiels gilt und New Jersey zurück zu einer Macht in dieser Branche führen möchte. Lesniak erklärte daher, dass er es sehr begrüße, dass ein großes digitales Unternehmen jetzt auch im stationären Betrieb seinen Fußabdruck hinterlassen wolle.

Für The Stars Group könnte sich eine Investition in Atlantic City im besten Fall gleich in doppelter Hinsicht lohnen. Der Konzern hätte nicht nur eine eigene stationäre Anlaufstelle, sondern könnte sich gleichzeitig auch bei der Ausgabe der Internet-Lizenzen gut positionieren. Bislang herrschen nämlich starke Diskussionen darüber vor, ob auch ausländische Unternehmen eine Online-Lizenz erhalten sollen. Diesen Diskussionen kann sich The Stars Group also geschickt entziehen und zudem gleich auf zwei „Kanälen“ auf Zuspruch hoffen. New Jersey und Atlantic City haben unter Senator Lesniak derweil ebenfalls große Pläne. Der Politiker erklärte, er wolle sich dafür einsetzen, dass das virtuelle Pokerspiel künftig in den gesamten USA möglich sei – mit New Jersey als federführender Adresse.