Suchtreport 2019: Glücksspielbranche in der Kritik

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen in Berlin veröffentlicht jedes Jahr das sogenannte „Jahrbuch Sucht“, welches auch als Suchtreport bezeichnet wird. Aufgedeckt wird in diesem vor allem, wonach die Menschen in Deutschland süchtig sind, woher diese Süchte stammen und welche Folgen diese Süchte haben. Wenig überraschend rangieren Alkohol und Tabak auf den ersten Plätzen, auch das Glücksspiel ist allerdings in den Fokus gerückt – und steht trotz des Rückstandes zu Alkohol und Tabak hart in der Kritik.

Fachverband fordert strengere Regulierung der Branche

Obwohl Tabak und Alkohol in Deutschland weiterhin die Suchtursachen Nummer Eins und Zwei bleiben, fordert der Fachverband Glücksspielsucht eine strengere Regulierung der Glücksspielbranche. So erklärten die Suchtforscher bei der Veröffentlichung des neuen „Jahrbuch Sucht“, dass die Automatenspiele wie ein Großteil aller Glücksspiele so entwickelt worden sei, dass der überwiegende Umsatz mit Personen gemacht wird, die ein problematisches Spielverhalten aufweisen würden oder als süchtige Spieler bezeichnet werden könnten. Ilona Füchtenschnieder, die Vorsitzende des Fachverbandes Glücksspielsucht erklärte, dass speziell von den Online Casinos eine besonders große Gefahr ausgehe. Diese seien rund um die Uhr erreichbar, gleichzeitig könnten die Spieler schnell und unauffällig ihre Einsätze platzieren und hierfür auf viele schnelle Zahlungsmethoden zurückgreifen. Was die Spieler als sehr angenehm empfinden, sehen die Suchtforscher als große Gefahr.

2017 wurde laut des Reports in den Online Casinos ein Bruttospielertrag von gut 1,76 Milliarden Euro vermeldet. Dem Dachverband ist das zu viel und so wird vor allem die Umsetzung eines Werbeverbots vorgeschlagen. Dieses soll sich auch nicht nur auf die eigentlichen Casino-Angebote beziehen, sondern auch deren Dachmarken umspannen. Ein derartiges Verbot gibt es zwar schon, der Fachverband erklärt aber, dass weder die Glücksspielunternehmen noch die Medienbranche interessiert daran seien, das Verbot wirklich ernst zu nehmen.

Schwere Vorwürfe: Gesetzliche Regelungen werden ausgehebelt

Auch wenn laut einer Umfrage die Mehrheit der deutschen Bevölkerung für die Legalisierung der Online-Glücksspielangebote ist, sprechen sich die Suchtforscher klar gegen eine Öffnung des Marktes aus. Der Bremer Suchtpsychologe Gerhard Meyer geht sogar noch einen Schritt weiter und wirft der Automatenindustrie vor, die gesetzlichen Regelungen systematisch auszuhebeln. So habe der Gesetzgeber durch die Forderung nach neuen Automaten zwar Druck auf die Branche ausgeübt, allerdings würden erste Erkenntnisse zeigen, dass die Gesetzgebung nach wie vor auf eklatante Art und Weise ausgehebelt wird. Die Automaten haben sich in den Augen des Forschers zudem zu Spielen mit einem enormen Suchtpotenzial entwickelt, da den Spielern die Aussichten auf enorme Vermögenswerte aufgezeigt werden. Das wiederum bringe eine stimulierende Wirkung mit sich und sorge so für eine höhere Suchtgefahr.

Die harten Worte des Bremer Forschers haben bereits nach wenigen Tagen zu einer Reaktion der Branche geführt. So erklärte Georg Stecker als Vorstandssprecher des Verbands Deutsche Automatenwirtschaft e.V, dass die Vorwürfe in keiner Weise haltbar wären und verwies darauf, dass alle Geräte einem umfangreichen Test durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt unterzogen werden. „Alle Geräte, die in legalen Spielhallen und in der ordentlichen Gastronomie aufgestellt sind, wurden von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt geprüft und zugelassen. Die PTB darf die Bauart eines Gerätes nur zulassen, wenn die Anforderungen der Spielverordnung erfüllt sind. Das belegt: Die Unternehmen der Automatenwirtschaft halten sich an die strengen gesetzlichen Vorgaben“, so der Vorstandssprecher. Zudem ließ es sich Stecker nicht nehmen, in diesem Zusammenhang auch noch einmal die Pflicht der Regierung zu unterstreichen, einen legalen und regulierten Glücksspielmarkt auf die Beine zu stellen. So erklärte der Fachmann: „Die einschneidenden Maßnahmen der Spielverordnung haben die Attraktivität des legalen gewerblichen Geldspiels erheblich gemindert. Wir erleben derzeit eine Abwanderung der Spielgäste in unlimitierte oder sogar zumeist illegale Angebote, zum Beispiel im Internet oder in Hinterzimmern und sind alarmiert. Die deutliche Abwanderung zeigt, dass wir seit der Umstellung der Automaten unseren wichtigen gesetzlichen Auftrag aus dem Glücksspielstaatsvertrag, den natürlichen Spieltrieb der Menschen in geordnete Bahnen zu lenken, nicht mehr bedarfsgerecht erfüllen können. Den explodierenden Schwarzmarkt kann man am wirksamsten mit einem attraktiven legalen Angebot bekämpfen. Es muss Schluss sein mit der weiteren Knebelung der legalen Automatenunternehmen.“ Deutliche Worte – und das letzte Wort dürfte hier wohl noch nicht gesprochen sein.

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