Steve Wynn: Casino-Mogul droht Lizenz-Entzug

Für Casino-Milliardär Steve Wynn (77) wird es jetzt noch einmal richtig ungemütlich. Der ehemalige CEO der Wynn Resorts musste sich in der jüngeren Vergangenheit gleich mehrfach aufgrund von schweren Vorwürfen rechtfertigen und steckt in dieser Hinsicht gleich doppelt in der Klemme. Zum einen hat die Justiz ein Auge auf Wynn, zum anderen setzt sich die Regulierungsbehörde Nevadas gerade dafür ein, dem Milliardär die Glücksspiellizenz zu entziehen und ihn so aus der Industrie zu verbannen. Laut Behörde deshalb, um weiteren Schaden von der Glücksspielbranche und dem guten Ruf Nevadas abzuwenden.

Ungeeignet für eine Verbindung zur Glücksspielbranche

Während in Las Vegas gerade die Global Gaming Expo zu Ende geht, liegt über der Stadt noch immer eine dunkle Wolke. Nicht in der Realität, aber gedanklich. Ausgerechnet eine der schillerndsten Figuren der letzten Jahrzehnte aus der Glücksspielmetropole steht nämlich schon seit geraumer Zeit am Pranger. Die Rede ist von Steve Wynn, dem unter anderem sexuelle Belästigung von Angestellten vorgeworfen wird. Das Problem: Wynn hat sich bereits mehrfach Fehltritte erlaubt und sich damit keinesfalls Freunde gemacht. Mittlerweile geht es so weit, dass sich die Regulierungsbehörde Nevadas offenbar ernsthaft Sorgen um den guten Ruf des Bundestaates macht. Die Folge: Wynn soll im Glücksspielbereich zur „Persona non grata“ werden und seine Lizenz verlieren.

Genau das hat das Nevada Gaming Control Board jetzt offiziell in einer 23-seitigen Beschwerde gegen den Casino-Mogul gefordert. Vorgelegt wurde das Schreiben der Gambling Commission, welche nun darüber entscheiden soll, ob der Milliardär weiterhin als Akteur der Glücksspielbranche auftreten darf. Geht es nach der Regulierungsbehörde, ist dies nicht der Fall. Diese erklärt, dass Wynn wiederholt gegen die Glücksspielgesetze des Staates verstoßen habe. Damit habe der Milliardär gezeigt, dass er „ungeeignet“ sei, um mit einem Glücksspielunternehmen oder der Branche in Verbindung gebracht zu werden. Bereits seit 1955 ist die Regulierungsbehörde des Bundestaates tätig und eigentlich ein Bestandteil der Steuerkommission. Gleichzeitig ist die Regulierungsbehörde aber auch dafür verantwortlich, für eine Stabilität in der Glücksspielbranche zu sorgen und dabei die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben zu garantieren. Dazu gehört auch, dass nicht erwünschte Personen oder Unternehmen von der Branche ferngehalten werden.

Trotz Verkauf der Anteile: Geldstrafe und Entzug der Lizenz

Doch worum geht es bei den Vorwürfen konkret? Insgesamt stehen laut der Regulierungsbehörde gleich fünf Aspekte im Raum, in denen der Casino-Mogul gegen die Gesetze des Bundesstaates verstoßen haben soll. „Er versäumte es, Diskretion und zuverlässiges Urteilsvermögen bei der Vermeidung von Vorfällen zu zeigen, die sich negativ auf den Ruf des Bundestaates Nevada ausgewirkt haben und die Entwicklung der Glücksspielindustrie schädigten“, so das Nevada Gaming Control Board. Obwohl die fünf Punkte teilweise unterschiedliche aufgebaut sind, führen sie meistens doch immer wieder zu einem Punkt: Dem sexuellen Fehlverhalten von Wynn. Vorgeworfen wird diesem, durch den sexuellen Kontakt zu untergeordneten Angestellten die Unternehmensrichtlinien gebrochen zu haben. Darüber hinaus soll der Milliardär mehrfach hohe Summen als Vergleichszahlungen überwiesen haben, die aber offenbar nicht offizielle gemeldet wurden. Ebenso sei Wynn im vergangenen Jahr nicht zu einer festgesetzten Anhörung der Ermittler erschienen, um sich zu verschiedenen Vorwürfen zu äußern.

Für die Wynn Resorts ist das Fehlverhalten des Gründers eine enorme Belastung. Erst im vergangenen Jahr war der Gründer und Milliardär von der Position als CEO der Wynn Resorts zurückgetreten – als unmittelbare Folge von gleich mehreren Beschwerden aufgrund von sexueller Belästigung. Betroffen ist davon das gesamte Unternehmensnetzwerk des Moguls gewesen. Da die Wynn Resorts die Beschwerden der Arbeitgeber ignoriert haben sollen, musste im Februar in Nevada bereits eine Strafe in Höhe von 20 Millionen US-Dollar gezahlt werden. Weitere 35 Millionen US-Dollar wurden auch in Massachusetts fällig. Und: Der neue CEO Matt Maddox musste eine private Strafe in Höhe von rund 500.000 US-Dollar zahlen. Einzig Wynn ist bisher recht glimpflich aus der Geschichte herausgekommen. Der Milliardär verkaufte sämtliche Anteile an den Wynn Resorts zwei Monate nach seinem Rücktritt. Einen Rücktritt des Unternehmers in die Glücksspielbranche möchte man in Nevada jetzt aber ausschließen und ihm deshalb die Lizenz entziehen. Zusätzlich dazu droht Wynn auch eine empfindliche Geldstrafe. Die allerdings dürfte für den Milliardär mit einem geschätzten Nettovermögen von mehr als drei Milliarden US-Dollar das kleinste Übel sein.