Spielsucht: Behandlung durch virtuelle Realität möglich?

Glücklicherweise handelt es sich bei der Spielsucht bzw. dem problematischen Spielverhalten um eine Krankheit, die in Deutschland keinen allzu großen Einfluss auf das öffentliche Leben nimmt. In anderen Ländern allerdings sieht dies teilweise anders aus und so beschäftigen sich schon seit vielen Jahren zahlreiche Forscher-Teams damit, mögliche Behandlungsansätze und Therapien zu entwickeln. Jetzt gibt es einen ganz neuen Ansatz, der von einem Forscherteam der Universität Quebec in Kanada vorgestellt wird. Behandeln lassen soll sich das problematische Spielverhalten demnach mit Hilfe der virtuellen Realität.

Ansatz für den Gedanken macht viel Sinn

Die virtuelle Realität als neuer Heilsbringer bei der Behandlung von Spielsucht? Wenn es nach einem Forscherteam der Universität Quebec geht, ist dies durchaus der Fall. Angeführt von Projektleiter Stéphane Bouchard haben die Forscher auf dem 87. Kongress der französisch-kanadischen Wissenschaftlervereinigung Acfas einen ganz neuen und innovativen Ansatz für die Behandlung von Problemspielern geliefert. Im Detail geht es darum, dass Spieler mit einem problematischen Spielverhalten künftig mit Hilfe der virtuellen Realität durch die Behandlung geführt werden sollen. Die Arbeiten an diesem Projekt begannen bereits vor rund acht Jahren, nun teilten die Forscher ihre Ergebnisse mit – die in den Augen des Forscherteams vielversprechend sind.

Der Hintergedanke des Ganzen lag laut Projektleiter Bouchard darin, dass vielen Therapien im klassischen Sinne mit der Konfrontation ein wichtiges Element fehle. Genau dies könne mit der virtuellen Realität jetzt ausgebessert werden. Spieler sollten mit Hilfe der VR-Brille zum Beispiel in verschiedene Situationen versetzt werden, in denen sich der Impuls für den Spieltrieb bemerkbar macht.

Effektiver als klassische Therapien?

Nicht förderlich sei es dabei, dass die aktuellen Therapien zum Beispiel eine Situation in einem Gesprächszimmer beinhalten, welches aber in keiner Verbindung zu den Versuchungen im Alltag steht, die letztendlich zum Beispiel bei einem Spieler für die Lust am Spiel sorgen. Künftig könne diese Situation (beispielsweise vor einem Spielautomaten) dank der VR-Technologie nun aber direkt im Therapiezimmer simuliert werden. Der Vorteil für den Therapeuten liegt laut den Forschern darin, dass nun der genaue Impuls nachvollzogen werden kann. Und an eben jener Stelle soll dann eine effektive Behandlung eingeleitet werden. Für den Patienten ist die Nutzung der VR-Realität natürlich vollkommen risikolos, er kann der jeweiligen Versuchung nicht nachgehen.

Bouchard sieht einen großen Vorteil dieser Behandlungsweise zudem darin, dass die Patienten nach ihrer Therapie im „normalen“ Leben keinen ganz großen Sprung mehr in der Umgewöhnung machen müssten, wie es jetzt bei den klassischen Therapien der Fall ist. Die Rückfallgefahr könnte dadurch deutlich verringert werden.

Bis zum „Go“ wird es noch dauern

Mit den bisherigen Ergebnissen des Versuches sei man sehr zufrieden, erklärte Bouchard beim Zusammentreffen der Wissenschaftler. Diese seien ausreichend gut, um nun die nächste Testphase einzuleiten. Gleichzeitig räumte Bouchard auch ein, dass es für einen Praxisstart aktuell noch nicht die richtige Zeit sei und man zunächst noch weitere Prüfungen durchführen müsse. Künftig sollen diese dann in Form von großen klinischen Studien erfolgen. Dennoch erklärte der Wissenschaftler, dass man damit rechne, dass die VR-Therapie bei rund 40 bis 60 Prozent aller Patienten zum Erfolg führen könnte. Einen ganz ähnlichen Standpunkt vertritt laut „Radio Canada“ auch der Chefarzt der psychiatrischen Abteilung der Schweizer Universitätsklinik Waadt, Yasser Khazaal. Dieser erklärte in einem Interview: „Es ist nicht allein die virtuelle Realität, welche die Therapie ausmacht, sondern die genaue Anwendungsweise bei den individuellen Patienten. Die Technologie kann sehr nützlich sein, um zu verstehen, was der Patient fühlt und glaubt, während er spielt. Es ist ein Ansatz, der die normale Therapie durchaus ergänzen kann.“

Auch wenn es zumindest bis zu einem Einsatz bei der Behandlung der Spielsucht also noch ein wenig dauern wird, kann die VR- Therapie in anderen Bereichen schon jetzt Erfolge vorweisen. So konnten in der Vergangenheit immer wieder erfolgreich Phobien oder Ängste von Menschen mit der VR-Realität behandelt werden. Diese werden hierbei visuell in die gefürchtete Situation versetzt und lernen dann, dass in dieser keine echte Gefahr droht – immerhin befinden sich die Patienten jederzeit in einem sicheren Behandlungsraum. Dieses Gefühl verfestigt sich mit der Zeit im Kopf der Patienten und so fällt es anschließend leichter, mit bestimmten Ängsten umzugehen oder diese sogar ganz zu besiegen. Und genau darauf haben es die Forscher nun auch bei der Behandlung der Glücksspielsucht abgesehen. Es wird spannend zu sehen sein, ob diese innovative Idee wirklich Erfolge bringt – starke Zweifel daran scheint zumindest das Forscherteam um Bouchard nicht zu haben.

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