Spielhallen: Betreiber sollen sich vor Raubüberfällen schützen

Gewaltangriffe wie Raubüberfälle auf Spielhallen haben in Deutschland in den letzten Jahren deutlich abgenommen. Das liegt vor allem der guten Vorbereitung der Unternehmen, die teilweise gar keine Bargeldbestände in den Spielhallen führen, sondern sämtliche Wechselgeschäfte über Wechselstationen durchführen lassen. Dennoch hat das Forum der Automatenunternehmer in Deutschland jetzt noch einmal einen Leitfaden veröffentlich, mit dem sich die Betreiber noch besser gegen derartige Vorfälle schützen können.

Raubüberfälle keine überdurchschnittliche Bedrohung

Während insbesondere Tankstellen oder Kioske schnell zum Opfer von Raubüberfällen werden können, hat die Anzahl der Angriffe auf Spielhallen in den letzten Jahren deutlich abgenommen. Spielbanken haben mit diesem Problem ohnehin weniger zu kämpfen. Allerdings mahnt die Branche, dass derartige Vorfälle noch immer ein „ernstzunehmendes Problem“ für die Branche darstellen. Gerade auch deshalb, weil es in der Regel nicht nur beim finanziellen Schaden bleibt, sondern auch die psychischen Folgen für Mitarbeiter und Gäste oder der materielle Schaden an den Spielautomaten nicht zu unterschätzen sind. Genau deshalb wurde vom Forum der Automatenunternehmer einen Katalog veröffentlich, in welchem den Betreibern Tipps gegeben werden, wie sich Überfälle vermeiden lassen.

So sollen die Betreiber beispielsweise darauf achten, dass das Innere der Spielhalle möglichst hell beleuchtet ist und übersichtlich eingesehen werden kann. Darüber hinaus wird auf einen speziellen Schutz für die sensiblen Bereiche hingewiesen, zu denen beispielsweise ein möglicher Tresorraum gehören kann. Hier kann ein Türspion schon hilfreich sein, gleichzeitig sollte sich der sensible Bereich natürlich verriegeln lassen.

Spielhallen verzichten auf große Bargeldbestände

Zusätzlich zur hellen Beleuchtung im Inneren, empfiehlt der Katalog auch eine helle Beleuchtung im Außenbereich. Darüber hinaus wird den Betreibern nahegelegt, dass diese eine Videoüberwachung einbauen, um das Risiko für Angriffe auf die Angestellten zu verringern. Darüber hinaus wird den Spielhallen dazu geraten, sogenannte Überfallmelder an sensiblen Orten zu installieren, welche im Falle eines unbefugten Betretens einen stillen Alarm auslösen. Die Bargeldbestände sollen die Betreiber zudem gering halten, wobei dies in den meisten Spielhallen ohnehin schon der Fall ist. Die Betreiber bauen überwiegend auf Wechselautomaten, so dass sich die Gelder lediglich in den Automaten oder in den Händen der Spieler befinden. Hilfreich ist es dabei, wenn die Unternehmer in ihrer Spielhalle auf diesen Umstand hinweisen – das gilt aber natürlich auch für alle weiteren Sicherheitsvorkehrungen. Wird ein Tresor genutzt, sollte dieser über eine Einbruchmeldeanlage und ein Zeitschloss gesichert werden. So wird sichergestellt, dass die Mitarbeiter auch nach Aufforderung durch einen Kriminellen keinen Zugriff auf die Bestände haben.

Kurios: Offenbar ist es nicht gängig, dass die Spielhallen ihr Bargeld von Geldtransportunternehmen abholen lassen. Genau hierauf weist der Katalog hin, wobei alternativ auch mehrere Angestellte das Geld transportieren können. Dann allerdings immer zusammen in Gruppen und mit möglichst unauffälligen Behältern. Ohnehin spielen die Angestellten beim Schutz vor Raubüberfällen ebenfalls eine wichtige Rolle und sollten regelmäßig sensibilisiert werden. Der Katalog weist zudem darauf hin, dass sich die Angestellten dazu verpflichten sollten, niemals mit einer dritten Person über die Bargeldbestände oder interne Sicherheitsmaßnahmen zu sprechen. Viele der Vorschläge im Katalog können also ohne große Probleme und mit einfachen Mitteln umgesetzt werden. Insbesondere der Transport der Bargelder dürfte in einigen Filialen eine Sicherheitslücke sein, die nach der Veröffentlichung des Katalogs aber vermutlich zügig geschlossen werden wird.