Penn Gaming: Kuriose Auseinandersetzung mit den Amisch

Bereits seit dem 17. Jahrhundert gibt es die Glaubensgemeinschaft der Amisch. Diese ist mittlerweile in den USA beheimatet, stammt ursprünglich aber aus dem süddeutschen Raum. Vor allem in Pennsylvania sind die Amisch tief verwurzelt und leben traditionell streng nach den Vorgaben der Bibel. Genau das könnte jetzt für den Glücksspielkonzern Penn National Gaming zum Problem werden, denn gegen den Bau des geplanten Casinos in Pennsylvania regt sich kräftiger Widerstand.

Proteste gegen neuen Casino-Komplex

Bereits im vergangenen Jahr kündigte der Glücksspielriese von Penn National Gaming an, in Pennsylvania einen neuen Casino-Komplex errichten zu wollen. Ende des Jahres wurde eine entsprechende Lizenz bei den Behörden beantragt, seit dem nehmen die Proteste gegen das neue Casino-Bauwerk Fahrt auf. Der Grund hierfür liegt vor allem in der unmittelbaren Nähe zu den Siedlungen der Amisch. Die sind traditionell in Pennsylvania stark verankert und sehen das Glücksspiel als Bedrohung für die Menschheit. Die Amisch leben streng konservativ nach der Bibel und nutzen zum Beispiel keine Telefone und keine Autos. Der neue Casino-Komplex soll nun ausgerechnet in unmittelbarer Nähe zu den beiden größten Amisch-Siedlungen in Pennsylvania entstehen.

Und der Bau hat es in sich: Penn möchte hier eine Summe von mehr als 110 Millionen US-Dollar in ein rund 7.000 Quadratmeter großes Casino stecken. Die Spieler sollen hier an 30 Spieltischen und rund 750 Automaten dann ihr Glück herausfordern können. Zusätzlich geplant ist ein Sportwetten-Angebot, welches durch die Lockerungen in der Gesetzgebung für die Sportwetten-Branche besonders gefördert wird.

Unterschriften-Aktion gegen das Casino

Aber nicht nur die Amisch, die schon aus traditionellen Gründen gegen das Glücksspiel sind, sorgen für Widerstand. So wurde eine Unterschriften-Aktion gestartet, bei der mehr als 1.000 Personen sich dafür aussprachen, den Bau des Casinos zu verhindern. Eine der Organisatorinnen erklärte hierzu: „Wir sind keine Gemeinde wie Las Vegas. Was hier passiert, bleibt auch hier. Hier kennt jeder jeden und das mögen wir so.“ Allerdings gibt es auch einige Befürworter des Baus, die vor allem die wirtschaftlichen Vorteile für die Region hervorheben. Immerhin würde das neue Casino zahlreiche Arbeitsplätze schaffen und mit großer Wahrscheinlichkeit auch für sprudelnde Einnahmen in der Gemeindekasse sorgen. Dennoch: Von rund 2.500 Bezirken lehnen immerhin 1.000 den Bau von neuen Casinos ab.

In den kommenden Monaten allerdings müssen sich die Bezirke wohl oder übel darauf einstellen, dass sich neue Casinos etablieren werden. Immerhin wurde das Glücksspielgesetz des Bundestaates erst im Jahre 2017 verändert und weitestgehend gelockert. Glücksspielunternehmen dürfen hier eigene „Zweigstellen“ eröffnen und diese eigentlich als klein bezeichneten Casinos mit bis zu 750 Automaten ausstatten. Vergeben wurden von diesen Lizenzen aufgrund des Widerstandes bisher jedoch erst fünf Stück – immerhin ein Teilerfolg für die Protestler.