NRW: Bald private Spielbanken im Land?

Vier Spielbanken gibt es derzeit in NRW. Alle vier, die sogenannten WestSpiel-Casinos, befinden sich dabei in der Hand des Bundeslandes. Das könnte sich künftig ändern. Abgesehen von einer Privatisierung der Westspiel-Casinos steht jetzt nämlich auch die Vergabe von weiteren Lizenzen zur Debatte. Zwei neue Standorte könnten ins Leben gerufen werden – und die ersten Interessenten melden sich bereits.

WestSpiel-Privatisierung trotz positiver Entwicklung

Die WestSpiel-Casinos haben in den letzten Monaten eine positive Entwicklung hingelegt. Zunächst schien es daher so, als würde diegeplante Privatisierung wieder angefochten werden. Einen Schlussstrich unter die Debatte hat jetzt der Finanzausschuss in NRW gezogen. Dieser erklärte, dass man nach wie vor an den Planungen festhalten wolle, die WestSpiel-Casinos in private Hände zu übergeben.

Ein Problem war hierbei lange Zeit die Attraktivität der damals noch in den roten Zahlen liegenden Casinos. Einige Glücksspielkonzerne lehnten daher mögliche Anfragen für eine Übernahme erst einmal dankend ab Die Attraktivität scheint auch aktuell noch ein Thema zu sein, soll aber offenbar überarbeitet werden. Bereits in den kommenden Tagen soll das Landeskabinett von Innenminister Herbert Reul (CDU) über einen Entwurf für das neue Spielbankengesetz für die Verbändeanhörung freigeben.

Zusätzliche Lizenzen für mehr Attraktivität?

Darin soll sich offenbar die Option befinden, neben den vier vorhandenen Standorten der WestSpiel-Casinos noch zwei weitere Standorte zu ergänzen. Eine Ortsbindung ist im Entwurf demnach nicht verankert. Das wiederum lässt darauf schließen, dass Köln als möglicher Standort vielleicht entfallen könnte. Hier war eigentlich der fünfte Standort geplant, allerdings gab es hier heftigen Widerstand gegen die Immobilie vor dem Bahnhof in Deutz. Köln dürfte zwar weiterhin in den Planungen für einen neuen Standort eine Rolle spielen, allerdings nicht mehr so fokussiert wie bisher.

Entgegenkommen dürfte einem neuen Betreiber zudem, dass sich die Politik in Form von FDP und CDU beim Thema Arbeitsplatzgarantie derzeit schwer tut, Zusagen zu geben. Stattdessen wird abgewinkt mit der Begründung, dass dies von Tarifparteien ausgehandelt werden müsse. Wasser auf den Mühlen der Interessenten? Durchaus. Die bekannte Gauselmann-Gruppe aus dem westfälischen Espelkamp meldete zumindest ein grundlegendes Interesse an und erklärte in Form von Pressesprecher Hans Hoffmeister: „Grundsätzlich sind wir interessiert.“ Nun allerdings müsse man erst einmal auf die mögliche Ausschreibung und deren Rahmenbedingungen warten. Anhand dieser wolle man dann letztendlich festmachen, ob man sich an der Bieterrunde für die Lizenzvergabe beteiligen möchte. Für die Gauselmann-Gruppe würde im Bieterverfahren wiederum sprechen, dass der Konzern bereits drei Spielbanken besitzt. Wie der Pressesprecher betont, hätten auch diese anfangs mit Defiziten zu kämpfen gehabt, würden nun aber gute Gewinne erzielen. Das wiederum würde auch den Haushalt des Bundeslandes Sachsen-Anhalt begünstigen. Hier befinden sich die drei Spielbanken in Magdeburg, Halle und Leuna-Günthersdorf.