Krypto Casinos: Maltesische Behörde startet Testphase

Im Jahr 2019 dürfen sich die Anhänger der Online Casinos auf zahlreiche Innovationen einstellen, die in den letzten Monaten zum Beispiel auf mehreren Fachmessen angekündigt und besprochen wurden. Angekündigt wurde zudem, dass die maltesische Glücksspielbehörde (MGA) einen Testlauf für die sogenannten Krypto Casino starten möchte – und eben jener Testlauf hat mit dem Start ins neue Jahr begonnen.

10 Monate Testphase für die Blockchain-Casinos

Im Oktober vergangenen Jahres kündigte die maltesische Lotterie- und Glücksspielbehörde auf der Fachmesse SiGMA an, dass man künftig eine Testphase für die Vergabe von Lizenzen an sogenannte Krypto Casinos plane. Hierbei handelt es sich um Anbieter, die ihren Spielern das Spielen mit einer digitalen Währung wie zum Beispiel dem Bitcoin ermöglichen. Die Kunden können ganz regulär ihre Ein- und Auszahlungen mit der Kryptowährung durchführen, die Spieleinsätze werden künftig dann ebenfalls in den jeweiligen Coins platziert. Bereits jetzt ist der Einsatz der sogenannten Distributed Ledger Technologie (DLT) in einigen Online Casinos verbreitet, allerdings handelt es sich hierbei bisher ausschließlich um Anbieter, die eine Lizenz aus der Karibik (Curacao) vorweisen können

Die maltesische Glücksspielbehörde möchte in dieser Hinsicht also gleichziehen und ruft deshalb nun eine zehnmonatige Testphase ins Leben. Der Zeitraum ist dabei flexibel gewählt, bei Bedarf könnte der Testzeitraum also auch verlängert werden. Nach dieser ersten Testphase wird dann im Anschluss noch einmal eine zweite Testphase absolviert, um mögliche Feinheiten oder „Bottlenecks“ bei der Gestaltung eines Gesetzes entdecken zu können. Casino-Betreiber können sich bei der Behörde melden und hier die Kryptowährungen einfach als Zahlungsmittel für das Casino beantragen – ganz wie bisher bei einer regulären Zahlungsmethode auch.

Malta will den Platz an der Spitze des Trends

Äußerst angenehm für die Unternehmen ist im Zusammenhang mit der Testphase, dass die maltesische Lotterie- und Glücksspielbehörde hier zunächst nur sehr wenige Regularien aufstellt. So müssen die Unternehmen natürlich die Vorgaben zur Geldwäsche und dem Spielerschutz beachten, gleichzeitig unterliegen die Anbieter einer Berichterstattungspflicht gegenüber der MGA. Spieler wiederum dürfen während der Testphase maximal einen Betrag von 1.000 Euro in Form von Kryptowährungen einzahlen, gleichzeitig müssen im Zweifel Nachweise erbracht werden, woher das Geld stammt. Abgesehen davon allerdings können die Konzerne recht frei „tüfteln“ und entwickeln – und genau das ist von der Behörde auch so gewollt. Diese möchte möglichen zukunftsweisenden Projekten nicht im Weg stehen und diese durch zu strenge Gesetzesvorgaben ausbremsen. Wie die maltesische Behörde durch ihren CEO Heathcliff Farrugia mitteilte, strebt man im Mittelmeer an, künftig die Nummer Eins beim Trend der Krypto Casinos zu werden.

Im Detail erklärte der CEO: „Virtuelle Finanzanlagen und die Distributed Ledger Technologie, die ihnen zugrunde liegt, sind ein neues Phänomen mit hohem Veränderungspotenzial im Zeitalter von Technologie und digitalen Transaktionen. Der Medienhype um ihr Potenzial war gigantisch, auch im Hinblick auf Gaming als Zielbranche, die von virtuellen Finanzanlagen und digitalen Währungen profitieren kann. Die Strategie der maltesischen Glücksspielbehörde setzt darauf, einen Platz an der Spitze dieses Trends einzunehmen und gleichzeitig eine vernünftige Regulierung für diese sensiblen Themen zu finden.“ Zusätzlich dazu sprach Farrugia allen Beteiligten auch seinen Dank aus und erklärte, dass die Innovation „im Herzen“ der Strategie der maltesischen Lotterie- und Glücksspielbehörde stehe. Zusätzlich dazu erklärte der CEO, dass die Präferenzen der Behörde so ausgerichtet sein, um ein starkes Wirtschaftswachstum voranzutreiben und gleichzeitig die nötige Absicherung gegen soziale und kriminelle Risiken zu schaffen.

Testphasen sollen letzte Fragen beseitigen

Gedacht sind die zwei Testphasen der maltesischen Behörde weniger dafür, um die generelle Erlaubnis der Casinos bzw. Währungen zu prüfen. Stattdessen geht es hier vor allem darum, mögliche Probleme zu erkennen und diese dann mit Hilfe der Testphasen vor dem richtigen Start beseitigen zu können. Den Casinos werden hierfür nahezu keine Vorgaben gemacht. So spielt es zum Beispiel keine Rolle, welche digitale Währung genau für das Spiel verwendet werden soll. Allerdings wird auf Seiten der Behörde mit der Währung Ethereum kalkuliert, wenn sich der Kurs einer digitalen Währung in der Umrechnung in Euro nicht genau bestimmen lässt. Ethereum kann in dieser Hinsicht also als eine Art Leitwährung bezeichnet werden. Verboten ist es allerdings, eine Kryptowährung in eine andere umzuwandeln. Verhindert werden soll so, dass die Casinos in der Praxis zahlreiche „Wechsler“ anlocken, die hier nur Beträge umtauschen wollen.