Irland: Gambling Awareness Trust wird eingeführt

In Irland haben die Behörden schon seit vielen Jahren mit Problemen im Bereich des Glücksspiels zu kämpfen. Das betrifft zum einen die Arbeit in den eigenen behördlichen Reihen, zum anderen aber auch direkt die Bevölkerung. Künftig möchte man zumindest den gesellschaftlichen Problemen besser Herr werden und führt deshalb einen sogenannten Gambling Awareness Trust ein. Also eine Organisation, mit der Aufklärung und Spielerschutz verbessert werden sollen.

Probleme im irischen Glücksspiel nicht zu übersehen

Wer sich mit Studien und Berichten rund um die Glücksspielbranche Irlands in den letzten Jahren beschäftigt, wird auf einige kritische Fakten und Zahlen stoßen. Generell lässt sich sagen: Die Iren sind verrückt nach Glücksspielen – und das leider oftmals schon in einem Alter, in dem sie es eigentlich noch nicht sein dürften. So hat das Land große Probleme mit Minderjährigen, die regelmäßig ihre Einsätze beim Glücksspiel platzieren. Das hat unter anderem gesellschaftliche Gründe, denn viele irische Familien verbringen freie Tage beim Pferderennen und damit direkt an der Rennbahn. Die kleinen Kinder kommen also frühzeitig mit Wettquoten und dem Glücksspiel in Berührung, was durchaus als problematisch bezeichnet werden kann. Ähnlich kritisch ist zu betrachten, dass im Land rund 40.000 Personen als Problemspieler gelten und Irland im internationalen Vergleich zu den Nationen mit den höchsten Pro-Kopf-Verlusten im Spiel gehört. All das sind keine rühmlichen Zahlen, sondern sollten eher zum Nachdenken anregen. Und genau das ist jetzt auch geschehen.

In den letzten Jahren hat sich in Irland nämlich so gut wie keine Beratungs- oder Hilfestelle für Spieler finden lassen können. Lediglich die Organisation Problem Gambling Ireland kann erwähnt werden, verfügt auf Grund der Abhängigkeit von Spendengeldern allerdings kaum über die ausreichenden finanziellen Mittel für eine flächendeckende Beratung und Unterstützung.

Glücksspielunternehmen sollen Trust finanzieren

Die Glücksspielbranche hat sich in Irland in den letzten Jahren immer stärker entwickelt und ist ein immer wichtigerer Teil innerhalb der Gesellschaft geworden. Genug Gründe, um mit dem Gambling Awareness Trust jetzt eine Organisation ins Leben zu rufen, mit der Spielerschutz und Aufklärung künftig besser umgesetzt werden sollen. Im Prinzip soll es sich hierbei um eine Art Wohltätigkeitsorganisation handeln, die den Spielern Beratungsstellen anbietet, gleichzeitig aber auch Forschungen durchführt und Aufklärungskampagnen veröffentlicht. Kosten dürfte das jährlich einen Millionenbetrag, denn für Spieler soll die Nutzung des Angebots vollständig kostenlos sein. Woher soll das Geld also kommen? Dafür haben die Iren schon eine Lösung: Auf lange Sicht sollen alle in Irland tätigen Glücksspielunternehmen in den Trust einzahlen. Dazu auch alle, die direkt von der Glücksspielbranche profitieren. Die Gründung des Trusts begründete Tom Hayes, der vorher als Junior-Agrarminister tätig war und nun die Organisation leiten soll, damit, dass sich die irische Regierung offenbar schwer tun würde und man nicht länger warten könne. Im Detail sagte Hayes: „Während wir noch immer warten, dass die Regierung die Gambling Contol Bill durchsetzt, zeigen wir durch die Gründung unserer neuen Organisation, dass wir uns der Notwendigkeit des sofortigen Handelns bewusst sind. Wir können nicht mehr länger warten, bis das politische System etwas unternimmt. Die Organisation wird als unabhängige Einheit agieren und hofft auf zahlreiche Geldspenden aus der gesamten Glücksspielbranche.“

Die Einführung einer derartigen Organisation ist allerdings keinesfalls ein vollkommen neuer Ansatz. Irland hat dies bereits 2013 schon einmal probiert, damals scheiterte die Umsetzung allerdings auf Grund zahlreicher Meinungsverschiedenheiten der Minister. Jetzt wurde die Organisation also gegründet, neben Hayes sitzen zum Beispiel eine ehemalige Leiterin einer Suchtklinik, ein ehemaliger Polizeikommissar oder eine pensionierte Bezirksrichterin in der Leitung.

Das lange Warten auf die Gambling Control Bill

Was genau Hayes mit den Unfähigkeiten der Regierung meint, ist relativ schnell klar. Bereits 2013 wurde die Gambling Controll Bill verfasst, die allerdings auch sechs Jahre später noch nicht vollständig verabschiedet wurde. Dabei wäre dies enorm wichtig für Irland, denn so könnte der Markt künftig für lizenzierte Glücksspielunternehmen geöffnet werden. Diese dürften ihre Produkte zur Verfügung stellen, wenn sie denn eine offizielle Lizenz der Regierung besitzen. Das Glücksspiel und Online Glücksspiel in den Online Casinos ist in Irland schon seit 2001 legal. Bislang hat sich das Land allerdings wenig mit Anlaufstellen für Problemspieler und Unterstützungen im Kampf gegen die Spielsucht beschäftigt. Das ist nun zu spüren und soll, hoffentlich noch rechtzeitig, jetzt angegangen werden.