Casinos Austria: Casino-Geschäft drückt den Gewinn

Die Casinos Austria AG bedient in ihren Geschäftsfeldern mehrere Sparten und stellt neben klassischen Casinospielen auch Sportwetten oder Lotterien zur Verfügung – glücklicherweise muss man wohl aktuell sagen, denn speziell das Casino-Geschäft im Ausland läuft beim Glücksspielriesen nur enorm schleppend.

Umsatz steigt an, Konzerngewinn sinkt

Grundsätzlich kann man bei den Casinos Austria mit dem Verlauf des letzten Jahres durchaus zufrieden sein. Allerdings gibt es auch ein paar bedenkliche Entwicklungen, wie der Konzern vor wenigen Tagen mit Blick auf die Gewinn- und Umsatzentwicklung bekannt gab. So blickt man grundsätzlich positiv in die Zukunft, aktuell allerdings ist gerade die Casino-Sparte ein Sorgenkind. Gut also, dass mit Sportwetten und Lotterien noch zwei weitere Pfeile im „Köcher“ der Casag vorhanden sind.

So teilte der Konzern mit, dass die Casinos Austria und die österreichische Lotterie-Gruppe einen Umsatz von rund 4,49 Milliarden Euro erwirtschaften konnten. Das ist enorm positiv zu bewerten, denn der Umsatz konnte 2018 im Vergleich zu 2017 damit um fast zwölf Prozent (11,7) angehoben werden. Ähnlich gut sieht es beim Betriebserfolg aus. Hier konnte unterm Strich ein Wert von 143,95 Millionen Euro vorgelegt werden, der somit ebenfalls besser als die 139 Millionen Euro aus 2017 zu bewerten ist. Allerdings: Der Konzerngewinn fiel im Vergleich zum Jahr 2017 in 2018 um acht Prozent und liegt damit bei 92,66 Millionen Euro. Zuvor waren noch 100,63 Millionen Euro als Konzerngewinn vermeldet worden.

Heimische Casinos schwächer als erwartet

Die Gründe für die schwachen Entwicklungen in der Casino-Sparte lassen sich bei der Casag an gleich zwei verschiedenen Fronten entdecken. So fielen im Auslandsgeschäft zuletzt horrende Kosten von rund 5,9 Millionen Euro an, als zwei Casinos in Georgien und Tschechien geschlossen werden mussten. Gleichzeitig haben aber auch die heimischen zwölf Casinos der Casag nicht wie gewünscht geliefert. So sank der Betriebserfolg der zwölf Spielstätten um gut zwei Drittel von 18,7 Millionen Euro auf nur noch 6,1 Millionen Euro. Die Gründe hierfür wiederum liegen laut Casinos Austria in Personalrückstellungen durch Pensionsansprüche, weiteren personalpolitischen Maßnahmen und auch der steigenden Konkurrenz durch ein neues Casino im benachbarten Liechtenstein. Mit Blick auf den Umsatz allerdings ist auf die heimischen Betriebsstätten der Casag Verlass. Der Umsatz blieb weitestgehend konstant und musste lediglich einen Rückgang um fünf Prozent hinnehmen. In harten Zahlen bedeutet das einen Rückgang von 330,14 Millionen Euro in 2017 auf 314,13 Millionen Euro in 2018.

Deutlich besser sieht es dafür auch in anderen Sparten der Casag aus. Die Lotterien als größter Teilbereich zum Beispiel können auf ein enorm erfolgreiches Jahr 2018 zurückblicken. Hier wurde ein Umsatz von 3,94 Milliarden Euro erwirtschaftet, womit man gleichzeitig den höchsten Umsatz der Geschichte auf die Beine stellen konnte. Ebenfalls gut sieht das Betriebsergebnis aus. 2017 lag dieses bei 66,2 Millionen Euro, 2018 sind es gemäß der vorläufigen Zahlen 75,5 Millionen Euro. Gut getan hat dem Konzern in diesem Zusammenhang offenbar eine Digitalisierungsoffensive, die Einführung des LottoPlus und der erste Siebenfachjackpot in der Geschichte des österreichischen Lottos.

Novomatic-Spiele kurbeln Online-Umsatz an

Ebenfalls Grund zur Freude liefern bei der Casag die Online-Geschäfte. So profitiert die Plattform win2day davon, dass die Produkte von Novomatic (einem Großaktionär der Casag) in das Portfolio aufgenommen wurden. Die beliebten Spiele kommen bei den Österreichern gut an, der Umsatz konnte um fast zwölf Prozent auf 1,8 Milliarden Euro erhöht werden. Über die Spielautomaten-Tochter Winwin, welche ihr Geld mit Video Lottery Terminals verdient, konnte ein Umsatzplus von fast 40 Prozent vermeldet werden. Hier stehen 2018 so rund 731 Millionen Euro zu Buche. Sogar das beste Betriebsergebnis seit langer Zeit fuhr laut Casag die Casinos Austria International ein. Hier konnte der Umsatz von rund 132 Millionen auf über 150 Millionen Euro gesteigert werden, gleichzeitig lag der Betriebsgewinn bei 17,4 Millionen Euro.

Insgesamt betrachtet profitiert die Casag aktuell also davon, dass mehrere Produkte im Portfolio zur Verfügung stehen. Speziell die ausländischen Casinos haben durch die Einmalkosten zuletzt Geld gekostet, wobei diese in Zukunft nicht erneut bzw. unvorhergesehen auftreten sollten. Gut wiederum ist für die Casag auch die Tatsache, dass das Online-Geschäft zuletzt in allen Richtungen zulegen konnte. Lediglich die Sportwetten über den Buchmacher tipp3 sind auf ihrem Vorjahresniveau unterwegs. Auch hier kann man aber zufrieden sein, denn dieses Niveau liegt auf einer akzeptablen Höhe.