Caesars Entertainment: Verkauf scheint nur noch Formsache

Bereits in den letzten Wochen mehrten sich die Gerüchte, dass Milliardär Carl Ican stark an einem Verkauf von Caesars Entertainment interessiert sei. Stand jetzt ist zwar noch nichts spruchreif, doch mittlerweile gibt es offenbar transparentere Fakten zu diesem Thema. Die Eldorado Resorts und Milliardär Tilman Fertitta zeigen Interesse, gleichzeitig wäre ein Verkauf des Unternehmens auch ein „typischer Icahn“. Kommt es zum nächsten großen Beben in der Branche?

Bekommt Icahn seinen Willen?

Der Milliardär und Unternehmer Carl Icahn hat sich in den letzten Jahren immer mehr Anteile und Einfluss bei Caesars Entertainment sichern können und nach und nach sein Portfolio aufgestockt. Mittlerweile hält Icahn gleich vier der insgesamt zwölf Sitze im Vorstand und kann mit diesem Ein-Drittel-Einfluss selbstverständlich eine ganze Menge bewegen: Und Bewegung kommt vor allem in den geplanten Verkauf des Unternehmens. Schon seit mehreren Wochen pocht der Milliardär auf einen Verkauf des Glücksspielriesenwas unterm Strich als typischer Icahn bezeichnet werden könnte. Der Milliardär hat sich einen Ruf als „Corporate Rider“ erarbeitet, der sich große Anteile an Unternehmen sichert, die Stimmmehrheit übernimmt und anschließend große Renditen durch einen Verkauf einfährt. Hinzu kommt ein gewisses Geschick des Milliardärs in den Verhandlungen. Icahn besaß zum Beispiel Aktien vom Konzern eBay, allerdings nur ganze 2,5 Prozent der Anteile. Trotzdem konnte der Milliardär die Geschäftsleitung davon überzeugen, dass man den Bezahldienst PayPal ausgliedert – der Start einer ganz neuen Erfolgsgeschichte. Der Anteil von Icahn an Caesars Entertainment wiederum ist erst vor wenigen Wochen auf 18 Prozent angehoben worden. Dementsprechend viel Gewicht hat das Wort des Geschäftsmannes in dieser Sache.

Es scheint nun so, als würde sich auch bei Caesars Entertainment das gleiche Schicksal wie bei zahlreichen anderen Icahn-Geschäften ergeben: Der Konzern steht vor einem Verkauf. Interessenten sind offenbar vorhanden und so berichtet die bekannte „New York Post“ von den Eldorado Resorts und dem Golden-Nugget-Milliardär Tilman Fertitta als mögliche Kaufinteressenten vom Caesars. Hinter vorgehaltener Hand gilt es offenbar als beschlossene Sache, dass der Verkauf über die Bühne gebracht wird. Jedenfalls wurde bisher keine Stimme gegen Icahn laut, welche sich diesem Schritt verweigert.

Caesars Entertainment keinesfalls fleckenfrei

Dass es überhaupt Interessenten an Caesars Entertainment gibt, kann durchaus als kleines Wunder bezeichnet werden. Zwar handelt es sich um einen der bekanntesten und mit über 40 Casinos in 13 Bundestaaten auch einen der größten Glücksspielkonzerne in den USA, dennoch waren die letzten Jahre auch geprägt von einigen Problemen und Sorgen. Noch immer ist der Konzern verschuldet und konnte sich nur durch einen Verkauf der Tochter PlayTika für eine Summe von 4,4 Milliarden US-Dollar über Wasser halten. Die Gläubiger gewährten erst einmal Aufschub, allerdings sind noch immer fast 14 Milliarden US-Dollar an Verbindlichkeiten offen. Über 30 Monate wurde hier ein Bankrott-Verfahren durchlaufen, welches mit dem Verkauf von PlayTika und der „Anzahlung“ von 4,4 Milliarden im Jahr 2017 endete. Der neue Eigentümer müsste also auf jeden Fall auch einen langen finanziellen Atem mitbringen, was aber sowohl für Eldorado als auch für Tilman Fertitta gelten dürfte.