WSOP2019: Deutscher Pokerspieler gewinnt 10 Mio. US-Dollar

In den letzten Tagen waren die Blicke der Pokerwelt auf das funkelnde Las Vegas gerichtet. Bereits zum 50. Mal wurden die World Series of Poker ausgetragen, die mit einer Weltmeisterschaft gleichzusetzen sind. Regelmäßig treffen sich hier die besten Pokerspieler des Planeten, wobei der aktuell beste Karten-Zocker mit Hossein Ensan aus Deutschland kommt. Am Final-Table räumte der 55-Jährige ganze zehn Millionen US-Dollar ab und kassierte damit den zweithöchsten WM-Jackpot aller Zeiten ein.

WSOP 2019: Nervenaufreibende Tage in Vegas

Die Poker Regeln zu beherrschen, ist das Eine. Diese aber auch in der Praxis mit den richtigen Fähigkeiten einzusetzen, das Andere. Hossein Ensar kann beides – und das sogar besser als alle anderen Pokerspieler auf der Welt. Das hat der im Iran geborene Deutsch-Iraner bei den diesjährigen World Series of Poker im Rio All-Suite Hotel and Casino in Las Vegas eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Nach mehr als zehn Tagen Poker-Marathon und über 300 Händen am Final-Table konnte sich der 55-Jährige über die heißbegehrte Trophäe freuen und nimmt zudem noch ein Preisgeld von zehn Millionen US-Dollar mit nach Hause. 2019 ist für Ensan also ein optimales Jahr, denn dieses Preisgeld entspricht dem zweithöchsten WM-Jackpot in der Geschichte des Turniers. Nur Jamie Gold konnte sich bei seinem Titelgewinn 2006 über noch mehr freuen und ging mit gut zwölf Millionen US-Dollar nach Hause. 2011, als Pius Heinz zum letzten Mal für Deutschland die WSOP gewann, kassierte dieser ein vergleichsweise geringes Preisgeld von rund 8,7 Millionen Dollar ein.

Dass Ensan den Sieg mit nach Hause nehmen kann, ist bereits recht früh im Turnier deutlich geworden. Der Profi zockte sich von Runde zu Runde und war dabei enorm erfolgreich. Mit mehr als doppelt so vielen Chips wie die restlichen Spieler konnte Ensan am Finaltisch Platz nehmen. Mit rund drei Mal so vielen Chips wie sein Konkurrent Dario Sammartino ging Ensan ins Heads-Up. Und trotzdem: Zwischenzeitlich geriet der Titelgewinn noch einmal kräftig ins Wanken.

Trotz guter Karten viele Hände verloren

Obwohl Ensan oftmals starke Blätter vorweisen konnte, musste er zusehen, wie immer mehr Chips auf der Seite seines Gegners aufgetürmt wurden. Der eigene Chip-Stand wiederum sank zunehmend. Nach mehreren Stunden Spieldauer fand Ensan allerdings zurück in die Spur und konnte sich nach exakt 301 gespielten Händen mit einem Paar Könige den Sieg in Las Vegas sichern. Für Sammartino natürlich bitter, dennoch kann sich auch der Italiener über ein Preisgeld von rund sechs Millionen Dollar freuen. Für die restlichen Spieler am finalen Tisch gab es ebenfalls mindestens eine Million Dollar. Diese Summe nahm der Serbe Milos Skrbic mit nach Hause, für Zhen Cai gab es auf Platz Sechs 1,8 Millionen Dollar, Alex Livingston nahm als Dritter vier Millionen Dollar Preisgeld mit nach Hause.

Für den neuen Champion lohnt sich der Sieg in Las Vegas gleich in doppelter Hinsicht. Zum einen aufgrund des Eintrags in den Geschichtsbüchern, zum anderen aufgrund der enormen Gewinnsumme. Vor dem Turnier stand Ensan, der seit 2013 regelmäßig an renommierten Turnieren teilnimmt, bei einem Preisgeld von insgesamt rund 2,5 Millionen US-Dollar. Gut das Vierfache davon gab es jetzt im Rio All-Suite Hotel – und damit auch um einiges mehr als für viele andere deutsche Spieler.

Nur fünf Deutsche unter den Top 100

Während Ensan sich für seine Leistung natürlich auf die Schulter klopfen darf, steht es insgesamt eher mager um die deutsche Poker-Welt. 2011 wurde zuletzt die World Series gewonnen, auch in diesem Jahr waren insgesamt nur fünf deutsche Spieler unter den Top 100 Profis zu finden. Auf Platz 17 landete Enrico Rudelitz mit einem Preisgeld von rund 356.000 Euro, auf Platz 31 Christopher Ahrens mit rund 233.000 Euro, auf Platz 33 Thomer Pidun mit ebenfalls rund 233.000 Euro und auf Platz 88 Henning Wendlandt mit einem Preisgeld von gut 74.000 Euro. Wie in jedem Jahr, dürfte die deutschen Teilnehmer aber bereits die Atmosphäre des Turniers begeistert haben. Hinzu kommt, dass in diesem Jahr mit der 50. World Series sogar noch ein echtes Jubiläum auf dem Programm stand. Gefeiert wurde dieses mit dem sogenannten „Big 50“, dem bisher größten Pokerturnier aller Zeiten mit mehr als 28.000 Spielern.