Spanien: Starke Zuwächse für den Glücksspielmarkt

Gerade erst wurde bekannt, dass der Software-Entwickler Yggdrasil in Spanien eine Kooperation mit dem Casino Gran Madrid eingehen wird. Im Rahmen dieser Partnerschaft soll der Provider das Casino mit Spielen für das Online-Angebot ausstatten und so dafür sorgen, dass sich dieses über steigende Umsätze freuen darf. Und die Zeiten dafür sind offenbar jetzt genau richtig, denn der Online-Glücksspielmarkt im südeuropäischen Land verzeichnete in den letzten Monaten vor allem bei den Casinospielen und Sportwetten einen starken Zuwachs.

Raketenstart ins erste Quartal 2019

So ein Start kann sich sehen lassen! Wie die spanische Glücksspielbehörde Dirección General de Ordenación del Juego bekanntgab, hat der spanische Online-Glücksspielmarkt im ersten Quartal 2019 einen beeindruckenden Zuwachs von rund 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hingelegt. Schon damals, sprich 2018, waren die Bruttoeinnahmen mit gut 163,3 Millionen Euro auf einem starken Niveau. Dieser Wert konnte jetzt aber noch einmal locker überboten werden und so liegen die Bruttoeinnahmen in den ersten drei Monaten des Jahres 2019 bei ganzen 193,3 Millionen Euro – also satte 30 Millionen Euro mehr. Aber nicht nur das: Auch im Vergleich zum letzten Quartal 2018 kann das erste Quartal 2019 einen Anstieg vorweisen. Damals wurden Einnahmen in Höhe von 189,2 Millionen Euro erwirtschaftet. Dieses Wachstum fällt mit 2,14 Prozent also ein wenig geringer aus, ist aber dennoch beachtlich.

Außerordentlich gut perfomt haben laut des Berichts der spanischen Glücksspielbehörde demnach vor allem die Sportwetten. Der Marktanteil der Wetten liegt bei mehr als 52 Prozent, im ersten Quartal wurden Bruttoeinnahmen von 100,8 Millionen Euro verbucht. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wo 81,7 Millionen Euro durch die Sportwetten erwirtschaftet wurden, bedeutet das einen Zuwachs von mehr als 26 Prozent.

Bingo und Poker mit schlechteren Vorstellungen

Weniger ansprechend ist der Start ins neue Jahr hingegen für die spanischen Poker-Anbieter verlaufen. Die Poker-Branche verbuchte Einnahmen von rund 21,2 Millionen Euro und verlor damit im Vergleich zum ersten Quartal 2018 immerhin 1,4 Prozent. Noch drastischer sieht es beim Online Bingo aus. Hier lagen die Einnahmen in den ersten drei Monaten in 2019 bei 3,2 Millionen Euro und mussten damit einen Rückgang von 8,6 Prozent hinnehmen. Wiederum deutlich besser verliefen die ersten Monate für die Online Spielautomaten bzw. Online Casinos. Der Zuwachs im ersten Quartal liegt bei mehr als 20 Prozent, so dass die Bruttoeinnahmen von 56,6 Millionen Euro auf 67,1 Millionen Euro gesteigert werden konnten.

Analysiert wurde von der spanischen Behörde in diesem Zusammenhang auch, dass vor allem die Spielautomaten und Slots den Casinos das Geld in die Kasse spülen. Diese hätten allein für Einnahmen in Höhe von rund 37,5 Millionen Euro gesorgt. Also fast die Hälfte der gesamten Bruttoeinnahmen der Online Casinos. Für eine echte Überraschung konnte in diesem Zusammenhang das Tischspiel Baccarat sorgen. Traditionell spielt dieses Spiel eher ein recht kleinerer Teil der spanischen Gesellschaft, dennoch konnte ein Zuwachs von 1.400 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum vermeldet werden. Die Bruttoeinnahmen aus dem Tischspiel blieben laut der spanischen Behörde aber dennoch bei unter drei Millionen Euro. Positiv zudem: Die Spieleranzahl hat sich in den Online Casinos deutlich erhöht und wuchs um 13,1 Prozent auf 900.513 monatlich aktive Spielerkonten.

Diskussionen um Werbeverbot stören

Eigentlich könnte in Spanien also alles recht schön sein, wenn da nicht die aktuelle Debatte um ein Werbeverbot für die Glücksspielunternehmen wäre. Dies hatte spanischer Bürgerschaftsbeauftragter ins Gespräch gebracht, die Politik und Regierung haben das Thema zumindest schon einmal aufgegriffen. Gestützt wird die Debatte dadurch, dass die Glücksspielunternehmen auch die Ausgaben im Bereich der Werbung deutlich erhöht haben. So wurden beispielsweise im ersten Quartal schon ganze 92,2 Millionen Euro für Werbung in die Hand genommen, was im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einem Zuwachs von mehr als 21 Prozent entspricht. Im Vergleich zum letzten Quartal 2018 wiederum sind die Ausgaben um 6,5 Prozent gesunken. Ein recht klarer Beleg dafür, dass die Diskussionen rund um das Werbeverbot die Glücksspielbranche derzeit zumindest nicht unberührt lassen. Zuspruch bekommt die Glücksspielbranche in dieser Hinsicht von Begona Élices, der Präsidentin der Vereinigung für Werbetreibende. Diese erklärt, dass man den Werbetreibenden in einer freien Gesellschaft auch die Möglichkeit geben müssen, dort ihre Werbung zu machen, wo das Produkt vertrieben werden kann. „Dies sind die Spieregeln einer freien und demokratischen Gesellschaft“, so Élices. Ganz vom Tisch ist das Thema allerdings noch nicht und so wird es spannend zu sehen sein, wie sich die Quartalszahlen der Anbieter in den kommenden drei Monaten möglicherweise wieder verändern.