Novomatic: Nach Gerichtsurteil droht 2,5 Millionen Euro Strafe

Erst jüngst hat Novomatic seinen Vorstand erweitert und mit für noch mehr Fachwissen unter dem eigenen Dach gesorgt. Zusätzlich dazu wurde erst vor wenigen Tagen der hauseigene Compliance Day veranstaltet, an welchem Compliance Manager aus zahlreichen Nationen teilnehmen. Die wohl wichtigste Nachricht rund um den Konzern aus Gumpoldskirchen ist aktuell allerdings die, dass möglicherweise eine Strafe von 2,50 Millionen Euro gezahlt werden muss. Aber nicht etwa an eine Glücksspielbehörde oder ein Unternehmen, sondern an einen Spieler. Dieser hatte rund zwei Millionen Euro an den Automaten von Novomatic verloren – und soll diese Summe nun plus Zinsen zurückerhalten.

Kläger offenbar nur eingeschränkt geschäftsfähig

Auch wenn sich in der jüngeren Vergangenheit die Streitigkeiten zwischen Spielern und Glücksspielunternehmen häufen, ist dieser Fall doch etwas ganz Besonderes. Satte 2,5 Millionen Euro soll der österreichische Entwickler Novomatic einem Spieler zahlen, der von 2002 bis 2012 an den Automaten des Entwicklers rund zwei Millionen Euro verspielt haben soll. Diese Summe soll Novomatic laut dem Landgericht in Wien jetzt zurückzahlen. Aber nicht nur das: Zusätzlich werden auch Zinsen auf die Summe fällig, wodurch die Strafe auf ganze 2,5 Millionen Euro erhöht wird.

Der Grund für die Klage ist, dass ein Sachverständiger bei dem Spieler ein problematisches Spielverhalten feststellte und dieser demnach nur partiell geschäftsfähig sei. Heißt also: Der Spieler war gar nicht befugt dazu, so viel Geld an den Automaten des Anbieters zu verspielen. Zusätzlich dazu erklärte das Landgericht in Wien, dass Novomatic in das Glücksspielmonopol des Bundes eingegriffen habe und der Spieler so mit viel zu hohen Einsätzen habe spielen können. Novomatic kündigte an, in Berufung gegen dieses Urteil einzulegen, allerdings sind die Chancen des Konzerns nicht unbedingt groß.

Compliance ist ein wichtiges Zukunftsthema

Künftig sollen derartige Vorfälle und ähnliche Probleme natürlich vermieden werden. Aus diesem Grund versammelte der Konzern vor wenigen Tagen Wien zahlreiche Compliance Manager im Novomatic Forum, um den „Novomatic Legal Compliance Manager Day“ auszurichten. Bei diesem Treffen ging es vor allem um den Erfahrungs- und Informationsaustausch zwischen den verschiedenen Staaten zum Thema Compliance, weshalb neben nationalen Compliance Managern auch internationale Manager aus den USA, anderen Teilen Europas oder Südamerika in Wien vertreten waren.

Im Mittelpunkt stand dabei vor allem die Weiterentwicklung des konzerneigenen Compliance Management Systems, wofür verschiedene Compliance Maßnahmen vorgestellt und diskutiert wurden. Insbesondere die Bereiche Datenschutz, Schutz vor Geldwäsche und Schutz vor Korruptionen standen dabei auf der Agenda. Darüber hinaus teilten die unterschiedlichen Compliance Manager ihre Erfahrungen dahingehend, wie sich einzelne nationale Compliance Probleme bewältigen lassen.

4. EU-Geldwäscherichtlinie und Datenschutz im Fokus

Konkret steht bei Novomatic vor allem die 4. EU-Geldwäscherichtlinie im Vordergrund, welche zum Beispiel auch verschiedene Risikoanalysen und ähnliches beinhaltet. Kurios: Mittlerweile wurde auch schon eine fünfte EU-Geldwäscherichtlinie verabschiedet, wobei diese jedoch noch nicht in allen Staaten greift, in denen Novomatic aktiv ist. Zusätzlich dazu wurde mit Weitblick auch bereits über mögliche Änderungen durch eine sechste EU-Geldwäscherichtlinie gesprochen. In dieser Hinsicht beweist der Konzern also wieder einmal Feingefühl und das Feeling dafür, sich frühzeitig um die wichtigen Themen der Branche zu kümmern.

Wenig überraschend konnte Novomatic-Chef Harald Neumann das Treffen unterm Strich als vollen Erfolg zusammenfassen, erwähnte aber auch noch einmal, wie wichtig das Thema Compliance für den Konzern ist. So erklärte der Vorstandsvorsitzende: „Wir legen bewusst einen Fokus auf dieses Thema. Denn ein funktionierendes, konzernweites Compliance Management System ist wichtig, um unsere zahlreichen Lizenzen als wertvollstes Asset in den internationalen Märkten nachhaltig abzusichern.“ In der Tat sind die Anforderungen an die Online Casinos bzw. Entwickler der Spiele in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Lizenzen werden nur noch dann ausgestellt, wenn großflächige Sicherungen vorgenommen werden und sich die Unternehmen an alle gesetzlichen Regelungen halten. Hierzu gehören nicht nur ehrliche Berechnungen und Bewertungen der Spielrunden, sondern gleichzeitig auch die möglichen Schutzmaßnahmen im Spieler- und Jugendschutz, sowie im Bereich der Geldwäsche. In den kommenden Jahren dürfte der Fokus in dieser Hinsicht noch stärker auf die Unternehmen wandern, so dass sicherlich noch genügend Compliance-Arbeit im Hause Novomatic zu erledigen sein wird.