MGM Resorts: Entschädigung für Opfer und Hinterbliebene vom Oktober 2017

Es waren schreckliche Bilder, die im Jahre 2017 um die ganze Welt gingen. In einem fürchterlichen Amoklauf wurden im Oktober aus einer Suite des Mandalay Bay in Las Vegas 58 Menschen getötet und mehr als 800 Menschen zum Teil schwer verletzt. Jetzt, gut zwei Jahre nach diesem tragischen Ereignis, konnten sich die Hinterbliebenen und die MGM Resorts als Eigentümer des Mandalay Bay offenbar auf eine Entschädigung einigen. Wie US-Medien berichten, sollen die Opfer und Hinterbliebenen bis zu 800 Millionen US-Dollar erhalten.

Faire Unterstützung für Tausende Opfer und Familien

Fast genau auf den Tag zwei Jahre ist es her, dass ein Amokläufer aus einer Suite des Mandalay Bay in Las Vegas wahllos auf Besucher eines Open-Air-Konzertes feuerte. Bei dem hinterhältigen Angriff kamen insgesamt 58 Menschen ums Leben, mehr als 800 Konzertbesucher wurden verletzt. Für ganz Las Vegas und die Glücksspielbranche war die Attacke damals ein Schock. Insbesondere aber für die MGM Resorts als Betreiber de Mandalay Bay. Dieses wurde im Anschluss erst einmal renoviert, damit möglichst wenig an die grauenvolle Tat aus dem Oktober 2017 erinnert. Gleichzeitig wurden jetzt auch mögliche Entschädigungen für Hinterbliebene und Opfer ausgehandelt.

Wie US-Medien berichten, konnten sich die Rechtsanwälte von Opfern und Konzern offenbar auf eine Entschädigung einigen. Diese soll zwischen 735 Millionen und 800 Millionen US-Dollar betragen. Robert Eglet, der Verteidiger von einem Großteil der Betroffenen, erklärte: „Wir und die MGM Resort glauben daran, dass dieses Abkommen eine faire Entschädigung für Tausende Opfer und deren Familien darstellt. Es war ein langer Weg, aber wir und die MGM Resorts glauben, dass diese Lösung für alle Beteiligten die beste Variante darstellt.“

Großteil wird von Versicherung übernommen

Glück im Unglück haben die MGM Resorts im Zusammenhang mit den Entschädigungen deshalb, weil der Konzern offenbar gegen einen derartigen Zwischenfall versichert war. Rund 751 Millionen US-Dollar sollen demnach von Seiten der Versicherung übernommen werden. Wie Eglet mitteilte, sollten sich die Hinterbliebenen und Opfer allerdings darauf einstellen, dass die Gelder nicht vor Ende 2020 fließen werden. Jim Murren, der CEO der MGM Resorts, erklärte in einem Statement: „Unser Ziel ist es immer gewesen, diese Folgen der Geschehnisse vollständig zu lösen und so den Schmerzprozess der Opfer und Familien vorantreiben zu können. Diese Übereinkunft mit den Betroffenen ist ein großer Schritt, den wir uns lange herbeigesehnt haben. Wir haben immer daran geglaubt, dass lange Diskussionen um die Folgen der Geschehnisse nicht im Interesse aller Beteiligten sein können. Und wir hoffen, dass diese Übereinkunft bedeutet, dass genau das umgangen werden kann.“

Doch warum müssen die MGM Resorts überhaupt eine Entschädigung zahlen? Immerhin kann das Unternehmen eigentlich nichts dafür, dass ein Einzeltäter derart handelt. Vorgeworfen wird dem Konzern allerdings, dass er die gut 22.000 Besucher de Konzerts nicht ausreichend geschützt haben soll. In diesem Zusammenhang erklärte die Verteidigung der Opfer, dass der Attentäter immerhin mehrere Tage mit einem Waffen-Arsenal in seiner Suite verbrachte – und das scheinbar vollkommen unbemerkt. Weshalb sich der Attentäter Stephen Paddock zu dieser Tat entschied, ist bis heute unklar. Nachdem er auf die Besucher des Konzertes feuerte, richtete sich der Täter selbst hin. Noch bevor er von den Polizisten am Tatort gestellt werden konnte. Eine Botschaft, einen Abschiedsbrief oder ein anderes Motiv konnten die US-Behörden nicht finden.

Opfer kommen aus verschiedenen Bundestaaten

Wie genau die Entschädigung an die Opfer gezahlt werden soll, ist bislang noch vollkommen unklar. Eglet betonte zudem, dass er bisher auch noch keine Einsicht darüber hätte, wie viel jeder einzelne Verteidiger in dem Verfahren erhalten würde. Wie beide Parteien übereinstimmend mitteilten, soll ein unabhängiger Gutachter eingesetzt werden und die Auszahlungen für jeden einzelnen Fall bewerten. Mehr als 50 Prozent der Betroffenen stammen laut Angaben der Anwälte aus Kalifornien und Nevada. Gleichzeitig sollen aber auch Opfer aus mindestens acht weiteren Bundesstaaten betroffen sein. Kritisiert wurde von Eglet im Zusammenhang mit diesem Wall auch der Umgang mit den Waffenherstellern. Diese könnten sich immer aus der Verantwortung ziehen, so der Anwalt der Opfer. Das würde in diesem konkreten Fall wiederum auch den MGM Resorts schaden. Könnte man die Waffenhersteller haftbar machten, wären es immerhin diese, die sich im aktuellen Verfahren mit den Opfern einigen müssten. Gut möglich, dass dieser Amoklauf also auch verspätet noch einmal eine neue Debatte rund um ein mögliches Waffenverbot aufkommen lässt. Die MGM Resorts wiederum dürften froh sein, wenn dieser Fall beendet werden kann. Immerhin möchte man sich derzeit vor allem auf den Verkauf einiger Casinos konzentrieren.