Glücksspiel International: Australier sind verrückt nach Glücksspielen

    Glücksspiele werden natürlich nicht nur in Deutschland, Österreich oder de Schweiz gespielt, sondern sind bekanntermaßen auf der ganzen Welt beliebt. So auch in Australien, wo es für viele Australier dazugehört, regelmäßig sein Glück an einem der zahlreichen Spielautomaten im Land herauszufordern. Doch mittlerweile entwickelt sich diese lockere Einstellung zu einem echten Problem, denn immer mehr Australier leiden unter Problemen beim Spielen – und die Anzahl der Automaten steigt zunehmend.

    „Pokies“ sorgen im ganzen Land für Begeisterung

    Im ganzen Land, aber natürlich überwiegend in großen Städten, sind in Australien die sogenannten „Pokies“ zu finden. Hierbei handelt es sich streng genommen um Pokerautomaten, wobei der Begriff schon lange auch auf die klassischen Spielautomaten übertragen wurde. Wirkliche Beschränkungen gibt es dabei nicht und so ist es keine Seltenheit, wenn in Kneipen oder Bars 50 oder sogar noch mehr dieser Geräte zu finden sind. Immerhin kommen die „Pokies“ bei den Australiern enorm gut an und sind für viele „Aussies“ eine gern gesehene Freizeitbeschäftigung. Allerdings nicht für alle, denn auch in Australien haben viele Spieler Probleme damit, das gelegentliche Spiel vom übermäßigen Spiel zu trennen. Eine große Überraschung ist das nicht, denn nirgendwo auf der Welt wird so viel gezockt wie in „Down-Under“.

    Im Detail heißt das, dass im Jahr 2017 jeder Australier im Schnitt mehr als 1.300 australische Dollar verspielt hat. Das wiederum entspricht ungefähr 1.000 Euro. Somit liegen die Ausgaben der Australier für das Glücksspiel hier deutlich höher, als in jeder anderen Nation auf diesem Planeten. Sogar doppelt so hoch wie in den USA, wo mit Atlantic City und Las Vegas zumindest zwei echte Glücksspielmetropolen zu finden sind. Insgesamt macht das einen Spieleinsatz von rund 15,5 Milliarden Euro, den die Australier im Jahr 2017 platzieren. Und: Rund die Hälfte davon wurde an den gut 200.000 „Pokies“ im Land eingesetzt. Das verdeutlich, wie enorm die Automaten im Leben der Australier integriert sind.

    Auf einen „Pokie“ kommt ein Spielsüchtiger

    Das wirkliche Problem mit den „Pokies“ allerdings liegt laut Experten darin, dass viele Spieler nicht mehr zwischen dem regelmäßigen Spiel und dem gelegentlichen Spiel unterscheiden könnten. Rund 200.000 Australier gelten als Glücksspielsüchtig, so dass auf einen „Pokie“-Automaten im Prinzip ein Spielsüchtiger fällt. Kritik gibt es dabei vor allem von der sogenannten Alliance for Gambling Reform. Hierbei handelt es sich um einen Zusammenschluss, der sich dafür einsetzt, dass das Glücksspiel in Australien künftig strenger reguliert werden soll. Die Allianz fordert unter anderem, dass der Höchsteinsatz an den „Pokies“ pro Spiel künftig nur bei maximal einem australischen Dollar liegen soll. Aktuell sind teilweise Einsätze von bis zu zehn australischer Dollar pro Spielrunde möglich, so dass die Australier an nur einem Automaten in einer Stunde problemlos mehr als 800 Euro verspielen könnten. Das Problem der Alliance for Gambling Reform ist allerdings, dass man einer übermächtigen Glücksspielindustrie gegenübersteht, welche von der Allianz mit der Waffenlobby in den USA verglichen wird. Es dürfte also noch ein langer Weg sein, bis die geforderten Beschränkungen tatsächlich einmal umgesetzt werden – wenn überhaupt.

    Problem erinnert an britische FOBTs

    Unterm Strich lassen sich hier einige Gemeinsamkeiten zu den sogenannten Fixed Odds Betting Terminals erkennen, die in Großbritannien weit verbreitet sind. Hierbei handelt es sich nicht um reguläre Geldspielautomaten, sondern um kleine Stationen, die teilweise fest zum Straßenbild einiger Städte in England gehören. Auch diese Automaten stehen heftig in der Kritik, da die Spieler innerhalb kürzester Zeit große Summen verlieren können. So war auch in England eine Beschränkung der maximalen Rundeneinsätze geplant, wurde bislang allerdings noch nicht umgesetzt. Wohl auch deshalb, weil es auch die britischen Glücksspielgegner mit einer enorm mächtigen Branche zu tun haben – und die konnte sich bisher in kniffligen Angelegenheiten immer aus der Affäre ziehen.

    Allerdings hat sich Großbritannien dazu entschlossen, die eigene Regulierung noch einmal zu überarbeiten. Das gilt insbesondere für die Glücksspielanbieter im Internet, deren „Strahlkraft“ künftig zum Beispiel durch Werbeverbote eingeschränkt werden soll. Wenig überraschend stemmt sich die Branche aber mit allen Kräften gegen diese Entscheidung, schließlich könnte diese Einbußen in Milliardenhöhe bedeuten. Unterm Strich lässt sich allerdings nicht von der Hand weisen, dass in Großbritannien ähnlich wie in Australien in der Gesellschaft einige Probleme mit dem Glücksspiel verbunden werden können.

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