GambleAware: Organisation pumpt 1,2 Mio. Euro in Problemspieler-Hilfe

    Es lässt sich nicht von der Hand weisen, dass das Glücksspiel in Großbritannien teilweise übermächtige Züge angenommen hat. In kaum einer Stadt kommen die Menschen an den Wettbüros und Spielhallen vorbei, die in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen sind. Und die Briten springen drauf an. Seit jeher sind die Engländer ein wett- und spielbegeistertes Volk, was sich aber leider nicht immer unter Kontrolle hat. Zahlreiche Briten sind beim Thema Glücksspiel gefährdet, viele gelten bereits als pathologische Spieler. Um dieser Entwicklung in Zukunft noch stärker entgegentreten zu können, möchte die Hilfsorganisation der GambleAware künftig rund 1,2 Millionen Euro jährlich in einen Problemspiel-Service investieren. Ganz neu ist dieser Ansatz aber nicht.

    Im April 2019 soll Eröffnung gefeiert werden

    Die Pläne der Hilfsorganisation GambleAware im Kampf gegen eine Verbreitung der Spielsucht klingen beeindruckend. Jährlich sollen rund 1,2 Millionen Euro in einen Problemspiel-Service investiert werden. Dieser soll im Wesentlichen aus einer Klinik bestehen, die vom National Health Service betrieben wird. Darüber hinaus ist die Einrichtung eines Support-Teams geplant, wofür wiederum die GamCare zuständig sein soll. Als geplanten Eröffnungstermin peilt die GambleAware aktuell den April 2019 an. Die Pläne für den neuen Service laufen also bereits auf Hochdruck.

    Mitgeteilt wurden die Planungen der Organisation am vorletzten Tag der Responsible Gaming Week 2018, die in London veranstaltet wurde. Hier gab die GambleAware auch bekannt, dass die Klinik unter dem Namen NHL Northern Gambling Clinic (NGC) in der Stadt Leeds eröffnen wird. Wie verschiedene Medien berichteten, gab es auf der Responsible Gaming Week viel Zuspruch für die Idee der Behörde, zumal sich ein ähnliches Konzept bereits als Erfolg herausgestellt hat.

    Seit 2008 Problemspiel-Klinik in London geöffnet

    Seit 2008 nämlich betreibt die GambleAware in der britischen Hauptstadt bereits eine ähnliche Klinik, die nun als Vorbild für die neue Einrichtung in Leeds dienen soll. In den letzten zehn Jahren konnten hier zahlreiche Spieler erfolgreich behandelt werden, die Idee scheint also ein wahrer Erfolg zu sein. Mit der neuen Klinik im Norden des Landes wolle man laut GambleWare-CEO Marc Etches vor allem dafür sorgen, dass Problemspieler im Norden eine schnelle und effektive Behandlung erfahren können. Zu diesem Zweck sollen Spieler identifiziert, überprüft und unterstützt werden, wenn sich ein problematisch Spielverhalten verdeutliche. Der CEO erklärte: „Die Partnerschaft zwischen uns, der GamCare und Leeds verfolgt einen integrativen Ansatz. Von der Schulung und Unterstützung, über die Grundversorgung, bis hin zur Identifizierung und zur Behandlung in einem nahtlosen Pflegebereich tragen wir, unterstützt durch den Stadtrat, gemeinsam die Verantwortung für das Fallmanagement.“

    Interessant: Etches erklärte in London auch, dass in den kommenden Jahren möglicherweise noch weitere dieser Einrichtungen im Land geöffnet werden sollen. Planungen hierfür gibt es offenbar schon. Das ganz könne allerdings laut Etches nur dann funktionieren, wenn die gemeinnützigen Hilfsorganisationen eng zusammenarbeiten.

    Spielsucht kann verheerende Auswirkungen haben

    Passenderweise ist der künftige Leiter der Klinik in Leeds mit Matt Gaskell kein Unbekannter. Der Psychologe der NHS Foundation Trust kämpft bereits seit Jahren gegen eine Verbreitung der Spielsucht und unterstrich die Bedeutung dieses Kampfes in einem bemerkenswerten Statement. Hier fand Gaskell auch überraschend drastische Worte: „Spielsucht hat verheerende Auswirkungen auf das Leben von Einzelpersonen und das soziale Umfeld, vor allem auf die Angehörigen. Diejenigen, bei denen eine Spielsucht diagnostiziert wurde, benötigen Hilfe bei einer ganzen Reihe von Schwierigkeiten, einschließlich massiver psychischer Probleme. Spielsucht kann zu Schulden und zum Familienzusammenbruch führen. Auch der Verlust von Arbeitsplätzen, bis hin zur Verzweiflung, Straftaten und zum Selbstmord sind möglich.“

    Diese Einstellung harmoniert offenbar ganz mit der Denkweise der GambleAbware, die ebenfalls für ihre starken Bemühungen im Kampf gegen die Spielsucht bekannt ist. Erst vor gut einem Jahr wurden zum Beispiel mehr als 1,5 Millionen Euro in eine Initiative investiert, die Süchtigen beim Abbau möglicher Spielschulden behilflich sein soll. Darüber hinaus wurde die Veröffentlichung eines Tools angekündigt, mit welchem Glücksspielanbieter im Internet blockiert werden können. Auch Eltern sollen künftig ihre Kinder noch besser schützen können, was gerade im Internet eine schwierige Aufgabe werden dürfte. Dennoch sind die Ansätze unterm Strich als sehr erfreulich zu bezeichnen. Großbritannien hat die teils schwerwiegenden Probleme der eigenen Gesellschaft mit dem Glücksspiel erkannt und geht entschieden gegen die Spielsucht vor. Bleibt zu hoffen, dass sich am Ende nicht die „Regulierungswut“ durchsetzt, sondern wirklich ein besseres Umfeld für Spieler und Online Casinos geschaffen werden kann.

    Bildquelle: kkolosov @ Pixabay

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