Circus Circus: Kurzfristige Heimat für über 1.000 Studenten

Das Circus Circus in Reno ist eigentlich dafür bekannt, eine erstklassige Heimat für Casinospiele aller Art zu sein. In diesen Tagen allerdings füllt sich das Resort auf ganz anderem Wege: Mehr als 1.000 Studenten der nahegelegenen University of Nevada beziehen hier Zimmer. Der Grund dafür liegt n einer Explosion in einem Studentenwohnheim, so dass diese kurzerhand umziehen müssen. Für das Casino-Resort bedeutet der Deal aber nicht nur volle Zimmer, sondern auch horrende Einnahmen und Ersparnisse.

Kaum Wohnungen in Reno für Studenten

Einen vergleichbaren Fall wie aktuell im bekannten Circus Circus Casino in Reno in den USA hat es bisher noch nicht gegeben. Hier müssen kurzerhand rund 1.300 Studenten einziehen, nachdem es eine Explosion in einem Studentenwohnheim der Stadt gab. Das Problem: Reno ist eine echte Studenten-Hochburg und beheimatet mit der University of Reno die zweitgrößte Universität des Landes. Jahr für Jahr strömen also Tausende Studenten in die Stadt und wollen hier in ihre neue Ausbildung starten. Seit Jahren hat die Stadt so bereits mit Wohnungsengpässen zu kämpfen, die speziell für Geringverdiener wie Studenten spürbar sind. Die traurige Kirsche auf dieser nicht sonderlich gut schmeckenden Torte war nun die Explosion, welche die Problematik noch einmal deutlich verschärfte.

Die einzige Lösung: Gut 1.300 Studenten müssen in das nahegelegene Circus Circus Resort umziehen. Wie Medien berichten, hätten sich Universität und Casino darauf geeinigt, dass die Studenten in den vormaligen Sky Tower des Casinos einziehen. Hier sind mehr als 900 Zimmer zu finden, die künftig also ausschließlich von Studenten bewohnt werden sollen. Bezeichnet wird dieses kurzfristige Studentenwohnheim als „Wolf Pack Tower“.

Viel Komfort für die Bildungselite

Die Studenten können sich über ihre neue Heimat auf Zeit definitiv freuen. Obwohl die Universität betont, dass hier keine Mehrkosten gegenüber anderen Unterkünften entstehen, ist das Circus Circus mit einigen Annehmlichkeiten ausgestattet. Rund um die Uhr werden die Zugänge zum Gebäude zum Beispiel von Sicherheitspersonal überwacht. Die Zimmer wiederum sind mit einem Kingsize- oder Queensize-Bett ausgestattet, bieten einen Kühlschrank, einen Fernseher, einen Schreibtisch und einen Schrank.

Aus Rücksicht auf mögliche Aktivitäten im Casino wurde sogar ein Zugang zwischen dem Tower und dem Casino geschlossen, damit minderjährige Studenten das Casino nicht durchqueren müssen. Volljährige Studenten können aber jederzeit ganz regulär den Eingang des Casinos aufsuchen, wenn sie an den Spieltischen oder Automaten spielen möchten.

Deal bringt Casino mächtige Vorteile

Neben den Studenten, die in einer prunkvollen Unterkunft nächtigen, darf sich aber auch das Casino selbst über diese Abmachung mit der Universität freuen. Selbstverständlich werden die Zimmer nicht kostenlos zur Verfügung gestellt. Immerhin könnten diese auch ganz regulär an Besucher vermietet werden. Stattdessen berichten die Medien, dass das Casino als Miete für den Tower gut 21,6 Millionen US-Dollar kassiere. Die Hochschule in Reno würde diese demnach in monatlichen Raten zahlen. Wie die Hochschule selbst bekanntgab, sei auch die Versicherung aufgrund der Explosion im Wohnheim mit an der Zahlung beteiligt. Und auch von anderer Stelle gibt es ein Entgegenkommen. So handelte das Casino laut Medienberichten offenbar auch einen Deal mit dem Bundestaat aus, so dass satte Steuervorteile genutzt werden können.

Die eigentlich anfallende Hotelsteuer von gut 13,5 Prozent pro Zimmer soll demnach wegfallen. Geschätzt wird, dass das Casino so jedes Jahr Steuern in Höhe von gut zwei Millionen Euro einsparen kann. Allerdings gehen Experten wiederum davon aus, dass die Steuer sogar steigen könnte. Immerhin sei aufgrund der Studenten nicht mit einem Besucherrückgang zu rechnen. Gleichzeitig dürfte das Hotel die einzelnen Zimmerpreise aber aufgrund der generellen Knappheit deutlich erhöhen. Bis wann genau die Studenten im Circus Circus zuhause sein werden, ist bislang noch nicht öffentlich bekannt. Darüber hinaus steht auch noch nicht fest, welche Pläne die Universität künftig für die Unterbringung der Studenten hat. Ebenfalls unklar ist zudem, ob und wie sich dieser Deal auf einen möglichen Verkauf des Circus Circus ausübt. Diesen haben die MGM Resorts als Betreiber offenbar schon länger im Fokus. Gut möglich also, dass auch der neue Eigentümer hier schon in die Pläne involviert ist.