Ab 2015 Umsatzsteuer auf Online Gaming

Flagge der EU

Die EU hat sich etwas Neues ausgedacht, um Firmen mit internationaler Kundschaft vor eine zusätzliche Herausforderung zu stellen. In der Kommission wurde beschlossen, dass es künftig eine Umsatzsteuer auf virtuelle Dienstleistungen zu zahlen gibt. Moment, das mussten die Unternehmen doch schon längst tun, aber halt in ihrem Heimatland. Wer seinen Sitz auf Malta oder der Isle of Man hatte, lebte damit in einem Paradies der niedrigen Abgaben.

Alles hat ein Ende

So dachte es sich die EU-Kommission und beschloss kurzer Hand die Umsatzsteuer-Regelung zu ändern. Fortan, ab dem 1. Januar 2015, werden die Firmen die Umsatzsteuer dort abführen, wo der Kunde für Einnahmen gesorgt hat. Also nicht mehr auf Malta oder anderswo, sondern in Deutschland, Frankreich usw. Der Verwaltungsakt in der Buchhaltung steigt damit um ein Vielfaches. Theoretisch werden auch mehrere Umsatzsteuererklärungen pro Jahr fällig. Dass die Unternehmen im Gegenzug auch Vorsteuer aus ihren Ausgaben beziehen können, dürfte dabei wenig ins Gewicht fallen.

Online Gaming auch betroffen

Das Gesetz bezieht sich dabei ganz allgemein auf alle Internet-Dienstleistungen. Davon dürften dann auch die Firmen für Online Gaming betroffen sein. Ob Online Casino, Online Poker, Sportwetten oder Lotto, sie alle müssen ihre Kunden nach Ländern differenzieren und dort jeweils Umsatzsteuer abführen. Der finanzielle Spielraum wird damit zunehmend eingeschränkt, was auch die Kunden zu spüren bekommen dürften.

Allerdings sind viele Angebote in einigen Ländern noch gar nicht reguliert. Siehe Deutschland, wo es schon an der Vergabe von 20 Sportwetten-Lizenzen scheitert. Wenn ein Land also noch nicht die rechtliche Basis für einen Geschäftszweig geschaffen hat, darf es dann darauf schon Umsatzsteuer erheben? Vielleicht ist dies ja der indirekte Weg der EU, welcher die Regierungen zu mehr Marktöffnungen zwingen soll? Wenn Poker umsatzsteuerpflichtig ist, dann muss es auch reguliert sein, ebenso die Online Casinos usw. Schauen wir mal, wie das Gesetz in 2015 seine Anwendung findet?