Online-Casino-Turniere haben die Eigenschaft, dass der einzelne Spieler nicht gegen eine anonyme Bank spielt. Sondern alle Teilnehmer wissen um die Vereinbarung, dass es sich ausschließlich um Privatpersonen handelt, die gegeneinander antreten. Worin besteht jedoch der Unterschied zwischen Turnieren und der gewöhnlichen Teilnahme an Casino-Angeboten?
Was hat es mit Turnieren auf sich?
Bei dem üblichen Casinospiel ist es Ziel eines Spielers, sein Guthaben zu vermehren – der Punktestand auf seinem Spielekonto soll nach Abschluss des Spielens höher sein als zu Beginn, um ihn als einen Gewinner zu kennzeichnen. Bei Turnieren jedoch spielt der absolute Kontostand keine Rolle, sondern nur der relative der Spieler untereinander. Das heißt: Es ist nicht entscheidend, wie hoch der Kontostand eines Spielers tatsächlich am Ende eines Spieleablaufs ist (er kann sein ursprüngliches Guthaben sogar noch unterbieten), sondern es macht ihm zum Gewinner, den insgesamt höchsten Spielekontostand unter den Teilnehmern erwirtschaftet zu haben. Beispiel: Jeder Spieler nimmt zeitgleich am Online-Roulette teil (mit demselben Einsatz). Dies geschieht im Laufe einer vorher vereinbarten Zeitperiode. Nach deren Ablauf (wie bei einem realen Wettrennen) ergibt sich dann eine Platzierungsrangfolge (also auch bei privaten Casino-Turnieren gibt es somit eine Art "virtuelles Siegertreppchen" – Gewinne werden unter den Spielern mit den höchsten Kontoständen aufgeteilt).
Was oben beschrieben ist, kann grundsätzlich als Idee eines privaten Online-Casino-Turniers gelten. Doch hier können – wie bei jeder Art an Spielen – eine Anzahl von Varianten realisiert werden. Beispielsweise kann die Vorankündigung der Zeitspanne entfallen – Spieler kommen und gehen ("Sit and go"); anders gesagt: Ein Spiel beginnt genau dann, wenn zufällig zu einem bestimmten Zeitpunkt genügend Spieler versammelt sind. Oder, natürlich, der Termin eines gemeinsamen Turniers wird von einem Veranstalter schon für Monate im Voraus anberaumt. Ein solcher Veranstalter – und genau das rechtfertigt die Bezeichnung – kann eine Privatperson sein, die auf der Online-Plattform eines Casino-Betreibers ein solches Turnier nicht nur als "geschlossene Gesellschaft" kennzeichnet bzw. vorprogrammiert (mit einem Kennwort etwa), sondern auch die anderen Einzelmerkmale der Veranstaltung selbst (oder in Abstimmung mit Gruppenmitgliedern) festlegt.
Turniere und ihr Traditionsimpuls
Diese Festlegungen können alles betreffen: Der "Kurs" eines Spielerpunktes kann somit von Spiel zu Spiel schwanken, die einzelnen Spiele selbst (von Roulette über Poker zu Spielautomaten) können aus einer großen Varietät ausgewählt werden. Auch die Anzahl der Spiele, die Anzahl der zuzulassenden Spieler und die Zeitdauer z. B. sind nicht seitens eines Online-Betreibers festgelegt. Somit schließt sich das Phänomen der Online-Turniere an die Struktur der üblichen Tradition an: Gruppen finden sich, realisieren Varianten, wiederholen diese, üben diese und geben sie wiederum an andere Gruppen weiter (wo sich dann Regeln wiederum vermischen und variieren können).